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Geschichte der Kolpingsfamilie Refrath

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Entstehung der Kolpingsfamilie Refrath

Der Bauboom Ende der 50-er Anfang der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts hat auch das Umland von Köln erfasst. In Refrath war die Errichtung der Siedlung Kippekausen ein Bundesereignis. Bundeskanzler Adenauer und Bundeswohnungsbauminister Paul Lücke, Bundestagsabgeordneter des Rheinisch-Bergischen Kreises, waren bei der Fertigstellung persönlich anwesend.

Zu dieser Zeit war das Kath. Männerwerk in Refrath bereits aktiv durch den Bau von fünf Einfamilienhäusern am Brücker Bach und acht Häusern in der Kornstraße. Ein dritter Bauabschnitt der Männerwerks-Siedlergemeinschaft, die sich dann in "Siedlergemeinschaft Adolph Kolping" umbenannte, weil zwischenzeitlich eine Reihe von Kolpingbrüdern aus Köln hinzugestoßen waren, war im Lustheider Feld geplant. Hier wurden 1963-64 fünfzig Häuser erstellt. Da es in der damaligen Stadt Bensberg keine Kolpingsfamilie gab, war die Absicht der Gründung einer Kolpingsfamilie Bensberg-Refrath folgerichtig.

Noch bevor die ersten Häuser bezogen wurden kam es im Herbst 1963 zu ersten Zusammenkünften. Ab 6. September trafen sich die Kolpingsbrüder und Interessenten wöchentlich. Am 26. April 1964 fand dann die offizielle Gründungsversammlung unter Beteiligung hochrangiger Gäste statt. In einem Telegramm gratulierte Bundesminister Lücke und wünschte "eine gute Arbeit im Sinne Adolph Kolpings nach seinem Leitwort: Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland".

 Vater Kolping lebe hoch...

– so singen seit über 100 Jahren Kolping-Schwestern und -Brüder bei ihren Feiern. Wer war das – dieser Adolph Kolping?

Ein Kurzportrait

Adolph KolpingEin Sozialreformer der ersten Stunde, einer der erfolgreichsten katholischen Publizisten des 19. Jahrhunderts und volksnaher Seelsorger - so lässt sich Adolph Kolping kennzeichnen, der auch, als „Gesellenvater“ bis in unsere Zeit bekannt ist. Als viertes Kind eines Schäfers in Kerpen am 8. Dezember 1813 geboren, wächst Kolping in sehr bescheidenen Verhältnissen auf und erlernt das Schuhmacher-Handwerk. Zehn Jahre arbeitet er in diesem Beruf, ringt aber mit der Entscheidung, sein bisheriges Leben aufzugeben, um Priester zu werden.
Im Alter von 23 Jahren wagt er den ungewöhnlichen Schritt. Nach Gymnasium und Theologiestudium empfängt er am 13. April 1845 in der Kölner Minoritenkirche die Priesterweihe. Als Kaplan in Elberfeld lernt er den von Johann Gregor Breuer gegründeten Gesellenverein kennen und wird 1847 dessen Präses. In diesem Zusammenschluss von Gleichgesinnten erkennt Kolping ein geeignetes Mittel zur Bewältigung persönlicher Nöte und sozialer Probleme. Er lässt sich nach Köln versetzen, wo er am 6. Mai 1849 den katholischen Gesellenverein gründet. Hier findet Kolping seine eigentliche Lebensaufgabe.

In seinen Gesellenvereinen will Adolph Kolping jungen Menschen in bedrängter Situation Hilfestellung leisten. Hier erleben sie Gemeinschaft und Geborgenheit, allgemeine, berufsbezogene und religiöse Bildung, ergänzt durch geselliges Miteinander. So gewinnen sie persönliche Tüchtigkeit und Mut zum praktischen Christentum. Sozialer Wandel durch Veränderung des Menschen - so lässt sich Kolpings Anliegen zusammenfassend kennzeichnen.
Innerhalb weniger Jahre gelingen ihm zahlreiche Neugründungen. Die ersten Vereine schließen sich 1850 zum Verband zusammen. Bis zu seinem Tod am 4. Dezember 1865 entstehen mehr als 400 Gesellen-vereine in Deutschland und vielen Ländern Europas. Damit ist Kolping ein Initiator der katholischen Sozialbewegung und Wegbereiter der katholischen Soziallehre. 1991 wird er durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.