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Kirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Freitag, 18 August 2017 12:45

Kann man Trauer feiern?

geschrieben von Pastoralbüro

Kerzenstumpen auf Kerzenständer mit spitzer FlammeSeit nun fast zwei Jahren bin ich durch Erzbischof Woelki zum Bestattungsdienst in unserer Pfarrei St. Johann Baptist beauftragt. Dies ist eine pastorale Aufgabe, die mich, so seltsam es anfangs auch klingen mag, immer wieder mit großer Dankbarkeit erfüllt. Dankbarkeit darüber, mit den Hinterbliebenen einen letzten Weg zu gehen, Abschied zu nehmen und von der Hoffnung zu berichten, die mich persönlich begleitet. Nicht umsonst beginnt eine Beisetzung immer mit einer hoffnungsvollen Trauerfeier. Ein seltsames Wort: Trauer-feier. Wie kann und soll man Trauer feiern?

Am 29. August gedenkt die Katholische Kirche der Enthauptung unseres Pfarrpatrons Johannes der Täufer. Bereits am 24. Juni wurde seiner Geburt gedacht. Johannes bildet mit seinen beiden Gedenktagen eine seltene Ausnahme, die wiederum seine hohe Bedeutung im christlichen Glauben widerspiegelt. In der Regel ist der Gedenktag (Namenstag) eines Heiligen gleichzeitig sein Todestag und somit der Tag, an dem sein neues und anderes Leben in Gottes Herrlichkeit (dem sogenannten Himmel) begann. Für uns Christen ist der Todestag also quasi ein Geburtstag. Und Geburtstage feiert man. Nichtsdestotrotz ist dieser Geburtstag oftmals von viel Schmerz, Trauer und Angst umgeben. Den eigenen Tod, den stirbt man nur; doch mit dem Tod der anderen muss man leben. Unser Glaube wurzelt im Ostergeschehen und aus diesem Glauben heraus hoffen wir, dass Gott durch Jesus unsere Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führt (1 Thess). Als Christen sind wir täglich dazu aufgerufen, von unsrer Hoffnung zu berichten und hierdurch vielleicht daran mitzuhelfen, Trauer in etwas hoffnungsvoll Schönes umzuwandeln.

 

Mit hoffnungsvollen Grüßen,

A. Wirth

Letzte Änderung am Freitag, 18 August 2017 13:23