St. Maria Königin

 

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Dienstag, 27 Oktober 2015 12:00

St. Maria Königin

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St. Maria Königin

Informationen zur Schließung der Kirche St. Maria Königin

Die Kirche St. Maria Königin soll einer weltlichen Nutzung zugeführt werden. Einen entsprechenden Antrag hat Pfr. Winfried Kissel beim Erzbischof gestellt, unterstützt vom Pastoralteam und von einer breiten Mehrheit in Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand. Am 27. Oktober wurden die Gründe für diese Entscheidung im Rahmen einer Pfarrversammlung dargestellt.

Infoabende

Profanierung: der Vorgang und seine Konsequenzen

Wenn eine geweihte Kirche nicht mehr als Gottesdienstraum genutzt werden soll, so nennt man diesen Vorgang Profanierung. Der geweihte Altar, Tabernakel  und  die  liturgischen  Geräte werden entfernt. Den Antrag auf Profanierung einer Kirche stellt der jeweilige Pfarrer, die Entscheidung liegt beim Erzbischof. Dieser hört dazu verschiedene Gremien.

Warum wurde der Antrag zu diesem Zeitpunkt gestellt?

Bereits mit der 2008 vollzogenen Fusion der drei Gemeinden St. Johann Baptist, St. Elisabeth und St. Maria Königin wurde ein klares Bekenntnis zum Standort St. Johann Baptist abgelegt. Im 2010 veröffentlichten Konzept zum gemeinsamen Gemeindezentrum, auf dem das  Pastoralkonzept (PDF, 244 KB) unserer Gemeinde basiert, haben wir festgehalten: „Pastorales Ziel ist die Konzentrierung und Intensivierung des gemeindlichen Lebens an diesem zentralen Ort [...] Standortaufgaben sind zukünftig nicht ausgeschlossen“.
Diese Frage betrifft also St. Elisabeth ebenso wie St. Maria Königin. Dass letztere zuerst zum Thema wurde, ist Folge des im Sommer 2014 aufgetretenen Schimmelbefalls. Durch den Schimmelbefall ist vor allem organisches Material gefährdet, nicht Steine. Deshalb wurden nicht nur Gesangbücher, sondern auch die Marienfigur aus der Kirche geborgen, gereinigt und eingelagert. Der Antrag auf Ausbau und Reinigung der Orgel ist gestellt; die Genehmigung durch den Denkmalschutz steht noch aus. Sie ist notwendig, da das gesamte Ensemble um St. Maria Königin bis auf den später angebauten Pfarrsaal im September 2015 in die Denkmalliste der Stadt Bergisch Gladbach eingetragen wurde. Die Gemeinde wird in Abstimmung mit dem Erzbistum gegen die Unterschutzstellung klagen. 

Wie wurde der Antrag begründet?

Der Antrag fußt auf einer pastoralen Begründung:

  • Die Hl. Messen in St. Johann Baptist werden aus allen Teilen der Pfarrgemeinde gut besucht.
  • Die Spendung der Sakramente Erstkommunion und Firmung findet seit einigen Jahren zentral in St. Johann Baptist statt.
  • Der Gottesdienstbesuch in St. Maria Königin ging hingegen bereits vor der Verlegung der Sonntagsmesse auf 8.30 Uhr vor drei Jahren zurück.
  • Die Entfernungen von den Grenzen der Gemeinde bis zur Pfarrkirche sind im Verhältnis zu vielen anderen Seelsorgebereichen sehr gering.

Der Profanierungsantrag wurde mit dem Erzbistum abgestimmt. Dieses hatte bereits signalisiert, dass der Erhalt dreier etwa gleich großer Kirchen in Refrath auf Dauer nur schwer darstellbar sei.

Was ergab sich auf der Pfarrversammlung?

Die Pfarrversammlung hatte drei Ziele:

  1. die Gemeinde über den aktuellen Sachstand zu informieren und damit alle Interessierten auf das gleiche Wissensniveau wie die Gremien zu bringen.
  2. Raum zu bieten für Fragen und Kritik
  3. erste Ideen für eine zukünftige Nutzung zu sammeln.

Neben Pfr. Winfried Kissel und Kpl. Gereon Rautenbach informierten Egon Plattner und Nicolás Haas vom Kirchenvorstand sowie Barbara Voll-Peters vom Pfarrgemeinderat. Diese bilden gemeinsam mit  Monika Keppler-Kühn (KV)  und Rita Böller (PGR), die beide nicht an der Pfarrversammlung teilnehmen konnten, und den beiden externen Moderatoren Franz Josef Freericks und Winfried Semmler-Koddenbrock die "Steuerungsgruppe St. Maria Königin".

Nach dem Informationsteil wurde in der offenen Plenumsdiskussion teilweise heftige Kritik geübt sowohl grundsätzlich am Ziel der Profanierung als auch am bisherigen Ablauf des Prozesses und an der Kommunikation. So gab es etwa den Vorschlag, den Profanierungsantrag "ruhen zu lassen". Das Pastoralteam und die Gremien lehnten dies ab, da die Diskussion keine neuen Argumente brachte, die nicht schon im Entscheidungsprozess bedacht worden waren. Einige Frankenforster verwiesen auf das früher sehr  lebendige und familienorientierte Gemeindeleben. Pfadfinderleiter Alexander Huppertz berichtete, dass inzwischen gerade die Kinder und Jugendlichen, etwa Pfadfinder und Messdiener, sich problemlos nach St. Johann Baptist orientiert haben und ohnehin eine sehr hohe örtliche Flexibilität aufweisen. Kritisiert wurde, dass die Gemeinde viel zu spät in den Prozess einbezogen und an der Entscheidungsfindung nicht beteiligt worden sei und dass die Kommunikation zum gesamten Thema miserabel war.

Im dritten Teil der Veranstaltung bestand die Möglichkeit, erste Ideen für eine zukünftige Nutzung zu äußern. Neben unrealistischen Vorschlägen wie einer Umpfarrung nach Bensberg wurden Kolumbarium, Raum für kulturelle Aktivitäten oder Umbau zu Wohnraum für kinderreiche Familien genannt. Auch der Bau einer Kapelle wurde vorgeschlagen. Weitere Vorschläge können Sie via Pastoralbüro an die Steuerungsgruppe einreichen. Zudem wird eine Gruppe von Architekturstudenten der TH Köln unter Leitung von Prof. Michael Werling, die an der Sitzung teilgenommen haben, eigene Konzepte für eine mögliche Nutzung ausarbeiten.

Wie geht es weiter?

Bis der Erzbischof eine Entscheidung über den Profanierungsantrag fällt, wird voraussichtlich eine längere Zeit vergehen. Um zukünftig eine zeitnahe und umfassende Information sicherzustellen, wird die Steuerungsgruppe neue Fakten und Entwicklungen aktuell veröffentlichen, im Bewegungsmelder, in den Pfarrnachrichten und auf der Website der Pfarrgemeinde.

Für die Steuerungsgruppe: Barbara Voll-Peters

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 23 Oktober 2016 15:01