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Sonntag, 05 April 2020 21:36

I. Passionsandacht der Karwoche

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I. Passionsandacht der Karwoche
6. April 2020

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Zu Beginn singen wir vom Lied "Wer nur den lieben Gott lässt walten"
– im "Gotteslob" (GL) die Nr. 424, im Evangelischen Gesangbuch (EG) die Nr. 369 –die Strophen 1, 2 & 5.

Liebe Mitchristen,


der Spruch "ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen" ist in diesen Tagen in aller Munde. Auch in unseren Gemeinden ist dieses Jahr die Osterzeit so ganz anders, als wir sie bislang kennen. Gemeinsame Feiern der Gottesdienste von Angesicht zu Angesicht sind nicht möglich. Und so haben wir uns dazu entschlossen – wenn wir uns denn schon sonntags über das Internet als Volk Gottes versammeln – auch die diesjährigen Ökumenischen Andachten in der Karwoche zu digitalisieren.
So können wir uns also, zwar räumlich voneinander getrennt, aber im Geiste doch verbunden, in den kommenden Tagen jeweils beim Glockenklang um 19:30 Uhr auf die nun unmittelbar bevorstehenden heiligen Tage gemeinsam besinnen.

Eingangspsalm

Beginnen wir unser gemeinsames Gebet nun mit der Worten des Psalms 27:

Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Dringen Frevler auf mich ein,
um mich zu verschlingen,
meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Mag ein Heer mich belagern:
mein Herz wird nicht verzagen.
Mag Krieg gegen mich toben:
ich bleibe dennoch voll Zuversicht.

Ich bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Lande der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!

Der Herr ist mein Licht und mein Heil.

Ps 27 (26), 1.2.3.13-14

Lesung

Mein Knecht schreit nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen
(Erstes Lied vom Gottesknecht)

Lesung aus dem Buch Jesaja
So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist: Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Jes 42, 5a.1-7

Wort des lebendigen Gottes!
Dank Sei Gott!

Auslegung

"Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus"

Diese Beschreibung der Natur Gottes, die uns der alttestamentarische Prophet Jesaja verkündet, hat mich beeindruckt.
Gott ist der Allmächtige. Macht kommt von "machen". Er kann also alles machen.
Wir Menschen sind es gewohnt, das in unserer Welt, wenn es darum geht, etwas zu machen, irgendjemand oder irgendeine Gruppe entscheidet, was zu tun ist und das dann – oft gegen den Willen anderer – durchsetzt.
Es ist also Gewalt im Spiel – mehr oder weniger subtil ausgeübt.
Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum es Jesu Jünger nicht fassen konnten, was da bald in Jerusalem geschehen sollte. Sie waren davon überzeugt, das er der Messias, der Sohn Gottes ist – des Allmächtigen also. Und dann läßt er das mit sich machen!
Ob sie wohl seine Aussage vor Pilatus mitgekriegt habe, das sein Reich nicht von dieser Welt sei?
Denn sonst würden ja seine Leute kommen und ihn befreien?

Aber Gott ist anders.
Er setzt seinen Willen nicht mit Gewalt durch.
Statt dessen läßt er seinen Sohn zeigen, wie weit Liebe gehen kann.

Wir können also froh sein.
Auch wir werden nicht abgeknickt und weggeworfen.
Nicht bei ihm.

Wir singen: "Sonne der Gerechtigkeit"
- GL Nr. 481, EG Nr. 263 -
die Strophen 1, 5 & 7

Fürbitten

Wir beten für alle, die in diesen Zeiten des Auf-sich-zurück-geworfen-Seins nach Halt und Orientierung suchen. Lass sie Deine Hoffnung erfahren!

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für alle, die unter schwierigen Bedingungen dafür sorgen, das Andere nicht alleine sind. Sende Ihnen Deinen stärkenden Geist!

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für alle, die sich schwer tun mit den Veränderungen, die Ihnen das Leben abverlangt. Lass ihnen Menschen begegnen, die unverzagt Ihren Weg gehen.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für alle, die schon diese Welt verlassen haben.
Nimm sie auf in Deinen Frieden.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Vater Unser

Wollen wir zusammen beten,
wie der Herr Jesus Christus uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser im Himmel
geheiligt werde Dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auch auf Erden
Unser täglich Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von den Bösen
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen!

Segen

Der dreifaltige Gott,
der Vater,
der Sohn
und der Heilige Geist
sei mit uns alle Tage
und in Ewigkeit.
Amen!

 

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