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Sonntag, 05 April 2020 22:19

II. Passionsandacht der Karwoche

geschrieben von Michael Wortmann

II. Passionsandacht der Karwoche
7. April 2020

Liebe Geschwister im Glauben. Seit vielen Tag sind wir gehalten, den persönlichen Kontakt zu vermeiden. Auch diese Andacht feiern wir räumlich voneinander getrennt. Aber seid gewiss, die Zusage Jesu gilt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter Ihnen.“

Vertrauen wir auf sein Wort und feiern diese Andacht Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

 

Zu Beginn singen wir das Lied "Ich steh vor dir mit leeren Händen Herr“

– im Gotteslob (GL) die Nr. 422, im Evangelischen Gesangbuch (EG) die Nr. 382 –
alle drei Strophen

Liebe Mitchristen,

Gemeinsame Feiern der Gottesdienste von Angesicht zu Angesicht sind nicht möglich. Und so haben wir uns dazu entschlossen auch die diesjährigen Ökumenischen Andachten in der Karwoche zu digitalisieren.
So können wir uns im Geiste verbunden, in den kommenden Tagen jeweils beim Glockenklang um 19:30 Uhr auf die nun unmittelbar bevorstehenden heiligen Tage gemeinsam besinnen.

Psalm

Beginnen wir unser gemeinsames Gebet mit der Worten des Psalms 25:
Einheitsübersetzung

Bitte um Vergebung und Leitung
1 Von David. Zu dir, HERR, erhebe ich meine Seele,
2 mein Gott, auf dich vertraue ich. Lass mich nicht zuschanden werden, lass meine
Feinde nicht triumphieren!
3 Es wird ja niemand, der auf dich hofft, zuschanden; zuschanden wird, wer dir schnöde
die Treue bricht.
4 Zeige mir, HERR, deine Wege, lehre mich deine Pfade!
5 Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heils. Auf dich
hoffe ich den ganzen Tag.
6 Gedenke deines Erbarmens, HERR, und der Taten deiner Gnade; denn sie bestehen
seit Ewigkeit!
7 Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! Nach deiner Huld gedenke
meiner, HERR, denn du bist gütig!
8 Der HERR ist gut und redlich, darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
9 Die Armen leitet er nach seinem Recht, die Armen lehrt er seinen Weg.
10 Alle Pfade des HERRN sind Huld und Treue denen, die seinen Bund und seine
Zeugnisse wahren.
11 Um deines Namens willen, HERR, vergib meine Schuld, denn sie ist groß!
12 Wer ist der Mensch, der den HERRN fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen
soll.
13 Dann wird er wohnen im Glück, seine Nachkommen werden das Land besitzen.
14 Der Rat des HERRN steht denen offen, die ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen
Erkenntnis zu schenken.
15 Meine Augen schauen stets auf den HERRN; denn er befreit meine Füße aus dem
Netz.
16 Wende dich mir zu und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und arm!
17 Ängste haben mein Herz gesprengt, führ mich heraus aus meiner Bedrängnis!
18 Sieh meine Armut und Plage an und nimm hinweg all meine Sünden!
19 Sieh meine Feinde, wie zahlreich sie sind, mit welchem tödlichen Hass sie mich
hassen!
20 Erhalte mein Leben und rette mich, lass mich nicht zuschanden werden! Denn ich habe mich bei dir geborgen.
21 Unschuld und Redlichkeit mögen mich schützen, denn ich hoffe auf dich.
22 Gott, erlöse Israel aus all seinen Nöten!

Amen

Wir singen: "Wir danken dir Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist"

-  GL Nr. 403, EG Nr. 79
alle vier Strophen

Lesung

aus dem Buch des Evangelisten Markus, Kapitel 4, Verse 35-40 /Einheitsübersetzung

Der Sturm auf dem See

35 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. 36 Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. 37 Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. 38 Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? 39 Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. 40 Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?

Wort des lebendigen Gottes!
Dank Sei Gott!

Auslegung

Warum habt ihr solche Angst? Habt Ihr noch keinen Glauben?
Wie den Jüngern auf dem stürmischen See, so geht es uns zur Zeit. Durch die Bedrohung durch das Virus gehen die Stunden des Glücks, der Normalität des Alltages so schnell vorbei. Gelassenheit und Routine werden von Sorgen, Hektik, Zukunftsängsten und Trauer abgelöst. Wir können nichts festhalten. Selbst tiefe Glaubenserfahrungen tragen uns oft nicht durch die grauen Wochen der Bedrohung, der Unsicherheit, der menschlichen Isolation. Was gestern noch richtig und uns wichtig war, sieht heute und jetzt ganz anders aus.
Doch, auf Jesus ist Verlass. Er bringt uns durch, selbst wenn's stürmt. Die 12 hätten keine Angst haben müssen. Denn Jesus war im Boot. Sie waren nicht allein. Er hätte eingegriffen. Doch sie sehen nur den Sturm und alle Erfahrungen mit Jesus scheinen vergessen und tragen nicht mehr. Sie sehen nur, dass Jesus schläft und übersehen dabei, dass der Allmächtige selbst, der Herr über alle Stürme und Gewalten mit im Boot ist. Sie haben vergessen, dass Jesus selbst ja den Kurs vorgegeben hat!
Wie die 12 von damals leben wir nicht von den vergangenen Erfahrungen, sondern mit einem gegenwärtigen Herrn. Zwei Dinge können wir aus dieser Geschichte für uns selber lernen:
1. Wir sollten Jesus an Bord nehmen: In dieser Woche, in unseren Familien, bei unserer Arbeit. Wir dürfen ihn in unser Lebensboot einladen!
2. Wir sollten nicht alleine mit den Stürmen fertig werden wollen. Wir dürfen ihn wecken und ihn um Hilfe bitten. Er wird mit unseren Stürmen fertig!
Gottes Liebe geht soweit, dass er das Holzkreuz auf Jesu Schultern geschoben hat und ihn für unsere Schulden am Kreuz hat sterben lassen.
Amen

Wir singen: "Holz auf Jesu Schulter“
GL 291 EG 97

Lassen Sie uns Fürbitte halten

Guter Gott, Vater und Mutter im Himmel
Die tödliche Viruskrankheit hat unser aller Leben drastisch verändert.
Wir wissen oft nicht, was richtig und falsch ist und ob wir noch eine Zukunft haben und wie diese Zukunft aussehen wird.
Wir bitten dich, lass uns nicht allein
Gebe uns das Vertrauen, dass du bei uns bist und wir nicht alleine durch diese schweren Tage gehen müssen, so wie du bei deinem Sohn warst.
Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für alle Menschen, die sich um die Erkrankten kümmern.
Und für die Menschen, die an vielen Stellen des Alltages mit Ihrer Arbeit, mit ihrem sozialen Engagement, ihrer Nachbarschaftshilfe für andere da sind. Sende Ihnen Deinen stärkenden Geist!
Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, die noch radikaler aus Ihrer Welt gerissen worden sind, kein Kindergarten, Schule, keine Treffen zum Austausch, die Spielplätze trotz herrlichem Wetter geschlossen. Herr umgebe sie mit Menschen, die Ihnen Mut und Hoffnung geben, die ihre Ängste ernst nehmen und darüber nicht selbst verzweifeln.
Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für uns alle, dass wir trotz der Isolation Wege finde, um menschliche Nähe,  soziale Nähe -auch in unseren Familien - leben zu können und niemanden vergessen.
Wir bitten Dich, erhöre uns!

Wir beten für alle, die schon diese Welt verlassen haben.
Nimm sie auf in Deinen Frieden.
Wir bitten Dich, erhöre uns!

Vater Unser

Und alles, was uns noch bewegt nehmen wir mit in das Gebet, dass uns alle als Kinder Gottes verbindet

Vater unser im Himmel
geheiligt werde Dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auch auf Erden
Unser täglich Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von den Bösen
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen!

Segen

Der dreifaltige Gott,
der Vater,
der Sohn
und der Heilige Geist
sei mit uns alle Tage
und in Ewigkeit.
Amen!

 

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