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Samstag, 04 Juni 2016 15:05

Vorwort Pfarrnachrichten

geschrieben von

KelchLiebe Refrather Christen,.

Am Herz-Jesu-Hochfest findet im Erzbistum Köln traditionell die Priesterweihe statt. Am Freitag wurden im Kölner Dom fünf Weihekandidaten geweiht.

Vier stammen aus dem Ausland, einer aus Deutschland. Dass die Zahlen seit Jahrzehnten extrem rückläufig sind, weiß jeder. Immer schwieriger wird es, für diesen speziellen Weg Gottes Menschen zu finden. Seit Jahrzehnten ist deshalb auch die Diskussion um sog. "viri probati" im Gang. Dieser Weg erschließt Männern, die sich in Beruf und Familie bewährt haben, die Möglichkeit zur Priesterweihe. Ständige Diakone oder Gemeinde- und Pastoralreferenten könnten solche Männer sein, wenn denn der Papst und die Kirche diese zur Weihe zulassen würde. Dogmatisch und kirchenrechtlich spricht nichts dagegen, die orthodoxe Kirche kennt ja ohnehin verheiratete Priester. In Zeiten, in denen Seelsorgebereiche immer mehr zu unpersönlichen Großgebilden mutieren, die als sogenannte "Kooperationsbereiche" zukünftig durchaus aus mehreren Seelsorgebereichen bestehen können, spricht m.E. sehr viel dafür, bewährten Männern diese Zugangsweg zu öffnen, denn Gemeinden vor Ort haben ein Recht auf eine sonntägliche Eucharistiefeier. Sie ist als "Quelle und Höhepunkt" - auf die das ganze Gemeindeleben ausgerichtet sein soll - unter allen Umständen zu gewährleisten. Dass die Tradition der Kirche, nur unverheirateten Männern die Priesterweihe zu spenden, höher bewertet wird als die Möglichkeit, jeder Gemeinde an jedem Ort dieser Welt eine Eucharistiefeier zu ermöglichen, wird vermutlich auch zur spirituellen Verdünnung unseres Glaubens beitragen und das wiederum kann zu noch weniger Berufungen führen. Für mich ist das ein klassischer Bumerang-Effekt. So möchte ich Sie einladen an diesem Wochenende einerseits für Berufungen in und für die Kirche und andererseits für die Verantwortlichen in der Kirche zu beten, dass sie mit Klugheit, Weitsicht und Kreativität neue Wege zum Priestertum bereit sind zu suchen und zu eröffnen.

Mit den Worten von Franz Kamphaus, dem emeritierten Bischof von Limburg, lade ich alle zum Gebet (aus dem Gotteslob Nr. 21,3) ein:

"Du, Herr, kennst unsere Not. Wir brauchen die Verkündigung deines Evangeliums, die Erfahrung deiner Gegenwart in der Eucharistie und in den anderen Sakramenten. Herr, wir bitten dich von ganzem Herzen Schenke uns Priester, die unter der Führung des Heiligen Geistes dein Wort verkündigen, die den Armen und Kranken, den Heimatlosen und Notleidenden beistehe, die Gemeinde leiten und das Volk Gottes heiligen. Lass sie ihrer Berufung treu bleiben. Denn du bist der Hirt deines Volkes, du bist unsere Hoffnung in Ewigkeit."

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünsche ich Ihnen auch im Namen des Pastoralteams

Ihr
Dirk Peters

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Juni 2016 14:07
Dirk Peters

Dirk Peters ist Schulseelsorger an der Erzbischöflichen Ursulinenschule in Köln und wirkt als Subsidiar in der Gemeinde St. Johann Baptist in Bergisch Gladbach-Refrath.
1964 in Düsseldorf geboren und in Neuss aufgewachsen, studierte Dirk Peters zunächst in Paderborn (1986-90) Religionspädagogik und später in Bamberg (1991-94) und Bonn/ St. Augustin (1994-97) Theologie. Während seiner Zeit in Bamberg konnte Dirk Peters bereits erste Erfahrungen als Religionslehrer sammeln.
Nach seiner Priesterweihe 1999 in Köln wirkte er zunächst als Kaplan in Neubrück (1997-2000), Bensberg und Moitzfeld (2000-2005), bevor er 2005 als Schulseelsorger an die Erzbischöfliche Ursulinenschule in Köln berufen wurde.
Pfr. Peters war einige Zeit Autor bei Einslive und hat zahlreiche Kinderkatechesen für die Predigerzeitschrift "Der Prediger und Katechet".
Weiter ist er er Praxisbegleiter im Rahmen der Priester- und Diakonenausbildung des Erzbistums Köln für das Katechetische Projekt. Der bekennende Israel-Palästina-Fan liest gerne und viel, besucht klassische Konzerte und Lesungen und liebt die Nordsee. In den großen Ferien wirkt er auf den Inseln als Tourismusseelsorger.