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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Freitag, 12 April 2019 11:20

"Männer sind anders. Frauen auch" - Ostergedanken!

geschrieben von

JohannBaptist Gekreuzigter frontal 300     Liebe Leserinnen und Leser,

„Männer sind anders. Frauen auch.“       
Dieser geniale Buchtitel kam mir in den Sinn, als ich über die verschiedenen Ostererzählungen der Bibel nachdachte.

In allen vier Evangelien beginnt Ostern damit, dass eine oder mehrere Frauen zum Grab kommen, meist um den Leichnam Jesu zu salben. Sie entdecken, dass er fehlt, und sie erschrecken, schweigen ängstlich oder holen Hilfe, je nachdem. Schließlich bleibt (im Johannesevangelium) Maria Magdalena weinend am leeren Grab stehen.

Eigentlich ist es doch merkwürdig: einen toten Körper aufzusuchen und zu pflegen – was soll das? Es ist Ausdruck der Trauer und der Liebe, der Beziehung zu dem Menschen, den man verloren hat. Jedenfalls scheint es ziemlich irrational – typisch Frau eben?

Ich kann dieses irrationale Verhalten nachvollziehen: wenn am Gründonnerstag das Allerheiligste aus den Kirchen entfernt und in Seitenkapellen übertragen wird, dann gehe ich gerne dorthin zur Nachtanbetung. Und am Karfreitag sitze ich, wenn ich eben kann, eine Zeitlang in einer Kirche vor dem leeren, offenen Tabernakel. Natürlich ist das irrational und paradox, aber es ist eine Form, gerade in der Abwesenheit die Nähe Gottes zu erfahren.

Die Männer in den Evangelien sind da anders. Sie sitzen nicht herum. Sie rennen zum Grab (Petrus und Johannes), wollen es ganz genau wissen („das Schweißtuch lag nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden an einer besonderen Stelle“ – Joh 20, 7) und diskutieren über die Schrift (z.B. die Emmausjünger in Lk 24, 27). Aber mit all dem kommen sie nicht recht weiter. Der Wettlauf zum Grab und die wissenschaftliche Gründlichkeit bei der Analyse desselben führen eben nur dahin: zum Grab, nicht zum Auferstandenen! Und der ganze theologische Disput nützt den Emmausjüngern nichts: sogar als Jesus selber ihnen die Schrift erklärt, erkennen sie ihn nicht.

Wir alle leben aus der Heiligen Schrift und den Erkenntnissen der Theologie. Aber wenn wir die Schriften nicht verstehen, oder wenn uns die (natur-)wissenschaftlichen Untersuchungen nicht zum Ziel bringen, weil man die Auferstehung eben nicht beweisen kann, dann brauchen wir vielleicht (zusätzlich) andere Zugänge.

Die Frauen suchen in ihrer Trauer die Nähe Jesu, gerade weil sie nichts mehr verstehen und sprachlos sind. Auf diese Weise entdecken sie nicht nur als erste, dass das Grab leer ist, sie finden auch den, den niemand gesucht hat, den Auferstandenen. Allerdings sind die Begegnungen mit ihm kurz: Maria Magdalena hat ihn kaum erkannt, da ermahnt Jesus sie: „Halte mich nicht fest!“ (Joh 20, 17) Auferstehung ist weder statisch noch exklusiv, und so wird Maria zu den Jüngern geschickt: „Sag ihnen, ich gehe hinauf zu meinem Vater“. Sie wird zur „Apostola Apostolorum“; sie verkündet denen die frohe Botschaft, die sie weitersagen sollen. Erst durch diese Verkündigung erhält die Auferstehung ihren Sinn – eigentlich wird sie dadurch überhaupt erst wirksam.

Das gilt damals wie heute: Auch wir sollen die Auferstehung verkündigen. Egal, auf welchem Weg wir Zugang zur frohen Botschaft erhalten, wir sollen sie weitertragen, denn das ist ihr Sinn und ihr Ziel. Wenn wir uns durch die Worte und Taten Jesu überzeugen und bewegen lassen, dann – und nur dann – bleibt Jesus lebendig und in unserem Leben gegenwärtig.

Ihre Sr. Barbara

Ihnen allen wünschen wir, auch im Namen aller Angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitenden gesegnete Kartage und ein frohes Fest der Auferstehung!

Letzte Änderung am Montag, 15 April 2019 19:15
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