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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Freitag, 03 April 2020 19:11

Boten des Lichts!

geschrieben von

Kette Papiermenschen Liebe Mitchristen,

„Was ist Wahrheit?“ fragt Pontius Pilatus im 18. Kapitel des Johannesevangeliums. Mich begleitet dieses Zitat seit meinem Studium in Mainz. Wie oft fragen auch wir uns diese oder ähnliche Fragen in unserem Leben, machen uns Sorgen, befürchten etwas falsch zu machen, suchen nach Antworten auf Fragen und Ereignisse? Und finden doch allzu oft keine verlässlichen und auf Fakten hin überprüfbare Antworten. In den letzten Wochen liest man selbst in der seriösen Presse immer öfter von Begebenheiten im Konjunktiv (der Möglichkeitsform). Vieles ist unklar.

Pontius Pilatus wird in dem Moment, in dem er nach der Wahrheit fragt, damit konfrontiert, dass er über Leben und Tod entscheiden soll. Er ist als Richter gefragt und eigentlich kann er in seinem Verhör an Jesus nichts finden, was ihn dazu bringen würde, Jesus zum Tode zu verurteilen. Dann jedoch geschieht etwas mit Pilatus, denn er wird „ängstlich.“ (Vgl. Joh 19,8)

Meister Yoda aus den Star Wars Filmen, bitte erlauben Sie mir diesen Gedankensprung, hat einmal gesagt, „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite der Macht. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“ Furcht und Angst sind sich durchaus ähnlich. - Und wenn ich dann heutzutage durch unsere Straßen laufe, verwaiste Spielplätze sehe, ängstlich-abgewandte Blicke wahrnehme, allgemein spüre, wie unglaublich verunsichert (aufgrund von Furcht?) viele sind, frage ich mich, wo das noch alles hinführen wird?

Es ist die Angst vor etwas Unsichtbarem, etwas, dass man als Mensch, der nicht gerade Virologe ist, nur schwer verstehen und schon gar nicht (be)greifen kann.

Im Johannes Evangelium gibt es eine Person, die immer wieder stellvertretend für Menschen, die nach faktischen Antworten suchen, auftaucht: Thomas. Thomas ist der klassische „wissende Mensch“, immer auf der Suche nach Beweisen und Fakten. Er will nicht an die Auferstehung Jesu glauben, wenn er nicht erst seine Hände und Finger in die Wundmale Jesu gelegt hat (Joh 20, 25). Auch im 14. Kapitel des Johannesevangeliums stellt Thomas das Wissen dem Glauben gegenüber. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! […] Wenn ich gegangen bin und einen Platz für Euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde Euch zu mir holen, damit auch Ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt Ihr,“ sagt Jesus dort. Thomas antwortet: „Herr, wir wissen nicht wohin Du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesu Antwort: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“

So gerne wir Menschen auch immer klare und einfache Antworten auf alle möglichen Fragen in unserem Leben haben möchten, so klar ist doch auch, dass dies nicht geht. Und wenn es uns nicht gelingt, dem Wissen und den Fakten auch das Vertrauen und das Hoffen an die Seite zu stellen, dann werden Angst und Furcht vermutlich immer stärker.

Sir Isaac Newton (1642-1726) war einer der gebildetsten Menschen seiner Zeit. Vor allem in der Physik und in der Mathematik gehen viele bis heute gültige Erkenntnisse auf ihn zurück. Ich erinnere mich
aber vor allem aufgrund eines, ebenfalls bis heute gültigen, philosophischen Zitats an ihn: „Was wir wissen, ist ein Tropfen, was nicht wissen, ein Ozean.“

Den Kern unseres christlichen Glaubens (unserer Hoffnung, unseres Vertrauens) bildet die Auferstehung. „Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn
aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist Euer Glaube nutzlos.“ (1 Kor 15, 16f.) Glaube entzieht sich aber einer Überprüfung durch Fakten. Glaube ist Vertrauen und noch viel mehr. Allzu oft behelfen wir Menschen uns in Situationen, die wir nicht mit Fakten fassen können, in dem wir Bilder heranziehen. Zurzeit sieht man zum Beispiel häufig, von Kindern gemalte, Regenbögen in den
Häuserfenstern, die darauf hinweisen möchten, dass es wieder gut wird.

Für mich ist die brennende Osterkerze, die in der Osternacht in die dunkle Kirche hineingetragen wird, ebenfalls solch ein Bild. Das kleine Feuer (entstanden aus dem sprichwörtlichen „Funken Hoffnung“?) erhellt das Dunkel des Raumes in weiten Teilen. Daraufhin werden auch die Kleinen Osterkerzen der anwesenden Menschen entzündet und das Licht siegt endgültig über das Dunkel!
Auch auf dem Umschlagbild dieser Pfarrnachrichten wird mit Hell und Dunkel gearbeitet.

Dafür, dass es hell und nicht dunkel in unserer Welt ist, sind wir Menschen verantwortlich. Licht kommt in die Welt durch ein Lächeln, durch gegenseitiges Helfen, durch zuhören, durch (auch mit Abstand) bei Jemandem sein, durch vertrauen und hoffen und durch Vieles mehr! Lassen Sie uns zu frohmachenden Osterboten werden, die Licht ins Dunkel bringen. Unser Licht ist das Evangelium, die frohe Botschaft, deren Kern die Auferstehung Jesu ist. „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?“ fragen die Emmaus-Jünger (Lk 24, 32). Lasst uns zu Boten des Frohen und Guten werden, zu Boten des Lichts!

Gemeindereferent Armin Wirth

Ihnen allen wünschen wir gesegnete Kartage und ein frohes Fest der Auferstehung! Bleiben Sie gesund und im Gebet miteinander verbunden.

Pfr. Winfried Kissel, Sr. Barbara, Kai Amelung, Dirk Peters, W. Pollmeyer, Armin Wirth

Armin Wirth

Sie können sich gerne an mich wenden, wenn ...

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