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Donnerstag, 29 April 2021 15:31

Überlegungen zu einer neuen Bestuhlung in der Alten Kirche

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Ist-Situation: In der Alten Kirche befinden sich zurzeit 5 Bänke aus dunklem Holz, die seit wenigen Jahrzehnten erst in ihr stehen. Diese sind schon mehrfach geflickt worden und fallen immer mehr auseinander. Bei den in der Kirche monatlich stattfindenden Kleinkindergottesdiensten müssen diese immer verschoben und an die Seite gestellt werden. Die Bänke (Plätze 30-35) werden durch zusätzliche Stühle ergänzt, die weder zu den Bänken noch zu dem Kirchenraum passen. Für Gottesdienste und Konzerte werden so Sitzplätze für bis zu 80 Personen ermöglicht. Seit 10 Jahren wird schon die Notwendigkeit einer passenden, flexibleren und einheitlichen Bestuhlung gesehen. Dazu wurden schon verschiedene Möglichkeiten durchgespielt (kleine Bänke, Stühle mit Knievorrichtung, Kniestühle, einfache Stühle) und diese in verschiedenen Ausführungen gesichtet. Eine allseits zufriedenstellende Lösung ist bisher nicht gefunden worden. Der Ausschuss Alte Kirche unterbreitet einen Vorschlag einer neuen Bestuhlung durch einen Stuhl mit einer optionalen Kniemöglichkeit.

Kriterien, die bei der Findung zu berücksichtigen sind:

Vorgaben des Kirchenraumes: Der Kirchenraum ist klein und verträgt keine Ausstattung mit kompakten und schweren Bänken. Diese würden den Raum zu sehr dominieren. Im Raum sind schon verschiedene Holztöne (Decke, Orgel, Türen, Türpfosten) vorhanden. Es sollte kein zusätzlicher Holzton hinzukommen. Zur Einpassung in den Raum ist keine Bestuhlung und Polsterung zu empfehlen, die sich zur stark vom anthrazitfarbenen Boden abhebt und gänzlich neue Farbtöne in den Raum bringt. Dem kleinen Raum wäre eine optisch leichte Bestuhlung zu empfehlen, die den Raum zur Wirkung kommen lässt und sich selbst zurücknimmt. Da zukünftig der Turm tagsüber geöffnet sein soll und die Kirche über das Turmportal zugänglich sein soll, soll durch die neue Bestuhlung ein Mittelgang ermöglicht werden, der sich in dem neuen Weg, vom Stachelsgut auf den Turm zuführend, im Innern der Kirche fortsetzt. Die Materialien der neuen Bestuhlung sollten sich harmonisch in den Raum einpassen.

Denkmalschutz: Die Alte Kirche in ihrer jetzigen Form wurde im frühen 13. Jahrhundert erbaut. Sie ist die Keimzelle für alle Kirchengründungen in Bergisch Gladbach, also ein historisch und religiös wichtiger Ort. Seit 1982 steht sie unter Denkmalschutz. Die Materialien, des von uns ausgewählten Stuhls sind Eichenholz, Metall und Wollfilz wurden so auch im Mittelalter für Mobiliar, liturgisches Gerät und Kleidung verwendet. Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl der Stühle war für uns aber auch die Berücksichtigung der Formensprache der Romanischen Epoche. Sitzgelegenheiten im Mittelalter waren überaus einfach, Arm- und Rückenlehnen waren dem hohen Adel vorbehalten. Man saß auf einfachen Holzschemeln und Truhen oder Bänken, dabei war das Mobiliar etwas grob, eher kantig und rechtwinkelig. Auch in der religiösen Kunst der Zeit spiegelt sich das kantige, etwas starre, abstrahierende wieder. In Kirchenräumen fehlten Stühle und Bänke gänzlich, wie man heute noch in vielen katholischen Kirchen in Italien und Frankreich sehen kann. Kirchenbänke hielten erst ab dem frühen 17. Jahrhundert Einzug in die Kirchen und wurden von den protestantischen Glaubensgemeinschaften eingeführt, um den Gläubigen während der langen Predigten das Sitzen der ermöglichen.

Liturgische Bedürfnisse: Bei Hochzeiten, aber auch Taufen ist es sinnvoll, durch einen Mittelgang in die Kirche ein- und ausziehen zu können. Für den sehr gut besuchten Kleinkindergottesdienst ist eine flexible Bestuhlung sinnvoll, die auch bei den anderen Gottesdiensten (Taufen, Hochzeiten und Andachten) eine neue kreative Gestaltung ermöglichen könnte, auch bei Heiligen Messen. Es gibt in der Dienstagabendmesse und in der Heiligen Messe am Sonntagmorgen Gottesdienstbesucher, die die Kniebänke nutzen. Das Messbuch unserer Kirche gibt zwar vor, dass die erste Körperhaltung beim Hochgebet das Stehen ist, dass dort aber, wo das Knien zur Wandlung möglich ist, diese sinnvolle Tradition weiterhin gepflegt werden sollte.

Flexible Bestuhlung: Eine bestimmte Anzahl von Sitzplätzen (43) sollte als Grundbestuhlung durchgehend stehen. Diese Stühle werden durch einen Abstandhalter aneinander fixiert. Die Grundbestuhlung kann bei zahlreichem Gottesdienstbesuch oder bei Konzerten auf bis zu 75 Plätze erweitert werden. Die zusätzlichen Stühle müssen kompakt gelagert werden können (gestapelt bisher im Turmbereich, zukünftig in einem kleinen Abstellraum).

Ablage für ein Gesangbuch oder für eine Handtasche: Eine neue Bestuhlung sollte eine Ablagemöglichkeit für das Gotteslob oder für eine Handtasche oder Hut haben.

Polsterung: Eine Polsterung ist nicht nur für die Bequemlichkeit und für kalte Wintertage empfehlenswert, sondern auch für heiße, schwüle Tage, damit ein zu starkes Schwitzen vermieden wird. Sie sollte nicht zu empfindlich und am besten bei Verschmutzung auswechselbar sein. Sie sollte sich farblich in den Raum einpassen.

Der Stuhl-Vorschlag des Ausschusses zur Alten Kirche berücksichtigt folgende Kriterien:

Stuhl Alte Kirche      Kniebank Alte Kirche

  • Der bequeme Stuhl nimmt mit der nicht zu hohen Rückenlehne und dem Holz der Sitzfläche einen Holzton auf, der in der Kirche schon vorhanden ist (Eiche in dem Farbton des Türrahmens der Sakristeitüre) und zugleich zwischen den anderen Holztönen vermittelt, gleichzeitig aber nicht zu dominant die Raumwirkung stört.   
  • Das Gestell ist aus schwarzem, leichten Metall-Kantrohr modern gestaltet, berücksichtigt aber die Romanische Formensprache und in der Liturgie verwendete Materialien. Das Metall sorgt für eine hohe Stabilität, ist gleichzeitig leicht und grazil und passt sich dem dunklen anthrazitfarbenen Boden an. Es passt auch zu den Türbeschlägen, zum Tabernakel und den Leuchtern der Alten Kirche.
  • Die Filzpolsterung des Stuhles greift den Farbton Anthrazit des Bodens auf. Sie ist pflegeleicht und bei Abnutzung oder starker Verschmutzung leicht austauschbar. Sie spendet Wärme bei Kälte bzw. verhindert im Sommer zu starkes Schwitzen.
  • Der Hersteller hat für diesen Stuhl eine Kniebank Sie wird unter den Stuhl geschoben. Die Rückenlehne wird verstärkt. So kann der Beter auf ihr seine Hände abzulegen. Die Kniebank ist angeschrägt und erhält eine Filzauflage.
  • Der Hersteller stellt zu dem Stuhl passende Sitze für Priester und Messdiener her, einen Ambo und Beistelltische.
  • Der Stuhl ist stapelbar. Er hat eine Ablagemöglichkeit für das Gotteslob bzw. eine Aufhängevorrichtung für eine Handtasche oder einen Hut.
Letzte Änderung am Donnerstag, 29 April 2021 15:47

Für Sie da:

  • Frau Claudia Wurdel
  • Frau Veronika Carpus
  • Frau Yvonne Werheid

Öffnungszeiten:

  • Montag bis Freitag 9-11.30 Uhr
  • Donnerstag 15-18 Uhr

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