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Donnerstag, 04 August 2022 11:38

"Lasst die Lampen brennen!"

geschrieben von

Liebe Leserinnen und Leser,   Licht von Betlehem

lasst die Lampen brennen!

Nein, ich rufe hier nicht zum Boykott der staatlichen Sparanregungen auf, keine Sorge. Die scheinbare Aufforderung zur Verschwendung ist ein Zitat aus dem Evangelium, ein Satz Jesu. Gemeint ist mit dieser Provokation: seid wachsam! Jesus ist zwar nicht mehr unter uns, aber wir sollen trotzdem nicht lasch werden, nicht nachlassen in der Treue zu seiner Lehre. Denn er wird wiederkommen, und keiner weiß wann, vielleicht erst in der „zweiten oder dritten Nachtwache“.

Es gibt christliche Gemeinschaften, die diese Aussagen sehr ernst nehmen, uns sind sie eher fremd. Dabei findet das Evangelium sehr deutliche Worte: die Knechte, die nicht mehr mit der Rückkehr des Herrn rechnen und sich von seinen Regeln entfernen, werden hart bestraft werden. Die aber, die auf ihren Herrn gewartet haben, werden seliggepriesen. Sie werden sogar von ihrem Herrn bedient werden – wieder so ein provozierendes Bild. Schließlich fragt Petrus auch noch, ob dieses Gleichnis nur für die Jünger oder für alle Menschen gilt. Darauf gibt es die interessante Antwort: wer die Regeln des Herrn kennt, wird strenger beurteilt als der, der sie nicht kannte – was zweifellos heißen soll, dass alle Menschen gemeint sind, dass es also um das Endgericht geht.

Was tun wir jetzt damit? Die ersten Christen glaubten noch, die Wiederkunft Jesu stünde unmittelbar bevor, erst langsam änderte sich diese Vorstellung. Wir haben inzwischen verstanden, dass eine „Nachtwache“ Gottes ein paar hundert Jahre dauern kann. Und so haben wir uns eingerichtet und leben mit allem, was zu dieser Welt gehört und uns beschäftigt: Schulanfang, Coronawellen, Energie- und Wirtschaftskrise, Klima… Wie passen dahinein die radikalen Forderungen Jesu an seine Jünger: „verkauft eure Habe und gebt das Geld den Armen“? Der Heilige Dominikus (dessen Fest wir diese Woche feiern) hat das wörtlich genommen. Aber diese Maximal­forderung kann doch nicht allen gelten!

Was allen gilt, das ist der Aufruf, wachsam zu sein und in der Nachfolge nicht nachzulassen. Nicht sagen: „Hat ja doch keinen Zweck! Mir doch egal!“ Vielleicht kann so aus der Drohbotschaft auch wieder eine Frohbotschaft werden: „Er wird kommen!“ Das ganze Elend, der ganze Mist, den wir zurzeit erleben, ist nicht das Ende.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Sr. Barbara

Letzte Änderung am Freitag, 19 August 2022 10:02
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