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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Donnerstag, 22 September 2022 12:06

"Das Private ist politisch"

geschrieben von

Liebe Mitchristen,   apples 1873078 340

darf, kann, soll „Kirche“ politisch sein? Wann und wo sollte sich Kirche (in all ihren Facetten) zu politischen Themen positionieren? Ist das nicht die Aufgabe von Politikern? Menschen die sich dafür aussprechen, dass Kirche nicht (zu viel?) politisch sein sollte, zitieren oft Matthäus 22,21 wo Jesus sagt, „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Es gibt für sie weltliche Themen (Kaiser, Politik, …) und „spirituelle“ Themen (Gott, der eigene Glaube, …) und beides sollte sich, wenn möglich, nicht mischen.

Ich bin da anderer Meinung! „Politik“ regelt die Strukturen, Prozesse und Inhalte eines Gemeinwesens, also des menschlichen Zusammenlebens, das über den Familienverband hinausgehen. Dies ist teilweise sehr komplex, weshalb es Politiker gibt, die haupt- oder ehrenamtlich versuchen das Beste für „ihr“ Gemeinwesen zu organisieren. - Allerdings bin ich davon überzeugt, dass auch das Private politisch ist! Und somit auch, sofern die Menschen ihn haben, ihr Glaube. Ein paar Beispiele: Der Kassenbon, den wir nach dem Bezahlen erhalten, ist hochgradig „politisch“. Durch unser Kaufverhalten beeinflussen wir so unglaublich viel im Weltgeschehen. Kaufen wir, auch mit kleinem Geldbeutel, Fleisch oder nicht, bio oder nicht, saisonales Obst und Gemüse oder nicht, Kleidung aus (möglichst) fairer Produktion oder nicht, immer alles neu oder auch gebraucht, …? Und je nachdem, wofür wir uns entscheiden, warum tun wir dies? Ist es einzig die Frage nach unserem Geldbeutel oder auch die Frage danach, wie ich mit Gottes Schöpfung umgehe? Meiner Meinung nach MÜSSEN „Kirche“ und auch der „Private Glaube“ politisch sein; nicht nur, aber doch immer wieder! Als Christen glauben wir, dass Gott in dieser Welt, in seiner Schöpfung ist und eben nicht nur im Jenseits, im Himmel oder wie auch immer. Und es ist, unter anderem, unsere Aufgabe, ganz jesuanisch, Ungerechtigkeiten anzusprechen, auf sie hinzuweisen, „den Finger in die Wunde zu legen“. Es ist hingegen nicht unsere Aufgabe, für „unsere Schätze noch größere Scheunen zu bauen“ (vgl. Lk 12, 15f.). Wir sollen das Evangelium, die Frohe Botschaft, notfalls in Worten, vor allem aber in Taten in die Welt zu tragen. Hierdurch werden wir zwangsläufig mit und in Gemeinwesen zu tun haben, sind also im Privaten politisch. Und das ist auch gut so! 

Mit politischen Grüßen,  

Armin Wirth, GR.

Letzte Änderung am Mittwoch, 28 September 2022 09:23
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