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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Donnerstag, 29 September 2022 12:55

„Unnütze Knechte???“

geschrieben von

Liebe Leserinnen und Leser!   Katharina klein 1

Als Novizin machte ich ein Praktikum bei einer besonders beeindruckenden Franziskanerin. Als ihr einmal jemand danken wollte, lachte sie und meinte: „Wir tun nur unsere Pflicht, wir sind unnütze Knechte.“ Mich hat das damals fasziniert – und irritiert: so eine Demut! Ich dachte, das schaffe ich nie – und ich war mir auch gar nicht sicher, ob ich überhaupt ein „unnützer Knecht“ werden wollte!

Ja, Jesus erzählt dieses Gleichnis von dem Bauern, der seinem Knecht alle mögliche Arbeit aufträgt und anschließend nicht mal dankt. Und Jesus sagt seinen Aposteln, sie seien nur unnütze Knechte. Das klingt zunächst mal menschenverachtend und abwertend, denn wir brauchen doch alle Anerkennung für unsere Leistung, daran ist nichts Schlimmes!

Bei näherem Hinsehen wird aber klar, dass es Jesus um unsere Beziehung zu Gott geht. Normalerweise denken wir gerne an die Bilder vom guten Hirten oder vom barmherzigen Vater, die Jesus uns ja auch gegeben hat: Gott, der uns liebevoll in den Arm nimmt. Aber auch dieser Bauer ist ein Bild für ihn!

Ich denke, es geht Jesus darum, dass Gott uns nichts schuldet. Er spricht ja mit Menschen, die gewöhnt sind, Gott Opfergaben zu bringen. Die ganze damalige Welt war überzeugt, dass man mit Gott handeln kann, dass man ihn dazu bringen kann, etwas zu tun, wenn man genügend bezahlt: Opfertiere, Gebete, Gelübde. Eigentlich steckt da noch ziemlich viel magisches Denken drin. Dagegen spricht Jesus hier, indem er radikal darstellt: egal, was du leistest, Gott schuldet dir nichts.

Wir schlachten schon lange keine Lämmer mehr im Tempel, aber ich glaube, die Versuchung, mit Gott zu feilschen, ihn (be-)zwingen zu wollen, gibt es auch heute noch, das geht ganz schnell! Dabei ist das, was wir äußerlich tun, oft ganz unscheinbar, auf die innere Haltung kommt es an.

Viele Menschen zünden z.B. Kerzen an, wenn jemand eine Operation hat oder krank ist. Zünde ich die Kerze an, damit Gott hilft? Dann würde gelten, was Jesus hier sagt: egal, wie viel ihr bezahlt oder leistet, wie sehr ihr euch anstrengt: Gott schuldet euch nichts, nicht mal ein Dankeschön!

Allerdings kann ich die gleiche Kerze auch einfach deshalb anzünden, weil das ein Ritual ist, das mir guttut, weil es mich mit dem Kranken und Gott in Verbindung bringt und Ruhe gibt.

Sobald wir so, ohne Berechnung auf Gott zugehen, wird Er sich uns schenken – freiwillig.

Mit befreiten Grüßen…

Sr. Barbara

Letzte Änderung am Donnerstag, 29 September 2022 13:44
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