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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Donnerstag, 20 Oktober 2022 12:31

Opfer des Dankes

geschrieben von

Liebe Leserinnen und Leser!   Kollektenkörbchen

In der vergangenen Woche gab es eine beunruhigende (wenngleich nicht ganz neue) Meldung: deutschlandweit können immer weniger unserer Grundschulkinder ausreichend lesen, schreiben und rechnen – und sie können nicht mehr zuhören!

In der Tagesschau kam dazu eine Lehrerin zu Wort, die erklärte, wie wichtig es sei, wenn Eltern ihre Kinder unterstützen, und sei es nur, indem sie fragen: „Hast du schon die Hausaufgaben gemacht?“ Manchem mag das selbstverständlich erscheinen, anderen ist es ein rotes Tuch, dass das Elternhaus einen so großen Einfluss auf den Bildungserfolg hat.

Ich hatte eine Mutter, die mit mir gesprochen hat, während sie den Kinderwagen schob – schon das ist heute nicht mehr selbstverständlich, wo das Handy offenbar für manche Eltern interessanter als ihr Baby ist. Ich hatte immer alle nötigen Schulmaterialien zur Verfügung – und auch jemanden, der aufpasste, dass ich sie am richtigen Tag mit in die Schule nahm. Außerdem fand der Unterricht statt, wenn nicht, gab es eine Vertretung, nie wurden wir einfach so nach Hause geschickt!

Für all das bin ich dankbar – denn mir ist bewusst, dass ich nichts davon verdient habe.

Niemand von uns hat Einfluss darauf, in welches Elternhaus er geboren wird, in welche Gesellschaft, Kultur und Epoche. Natürlich: früher oder später nehmen wir unser Schicksal selber in die Hand, sind „unseres Glückes Schmied“. Aber vieles in unserem Leben bekommen wir gerade am Anfang einfach so geschenkt – oder eben auch nicht.

Im Evangelium dieses Sonntags kommt ein Mann vor, der auch froh ist, dass es ihm besser geht als einem anderen. Allerdings hält er das nicht für unverdiente Gnade, sondern für das Ergebnis seiner eigenen moralischen Leistung: „Danke, Gott, dass ich nicht bin wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel ein Zehntel meines Einkommens.“

Ja, beide Männer sind unterschiedlich, das ist die Normalität unseres Lebens. Ja, derjenige, dem es besser geht, darf sich glücklich schätzen. Nur in dem Moment, wo wir daraus eine moralische Frage machen, warnt Jesus uns: seid nicht zu überzeugt von euch und verachtet andere nicht! „Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

Das „sich selbst erniedrigen“ habe ich nicht so gerne, damit ist in unserer Kirche viel Machtmissbrauch getrieben worden. Meine Kontrollfrage an mich selber versuche ich darum eher positiv zu wenden: Gibst du dein „Opfer im Tempel“ (was auch immer das ist: Geld, gute Taten…), weil du dir selber und anderen etwas beweisen willst? Oder gibst du es einfach aus Dank und Liebe zu Gott und den Menschen? Dieser Kompass lohnt sich immer mal wieder…

Mit dankbaren Grüßen 

Sr. Barbara

Letzte Änderung am Freitag, 21 Oktober 2022 10:33
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