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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Freitag, 28 November 2014 19:17

Bewahrung der Schöpfung

geschrieben von Joachim Glesius

Die Bibel beschreibt gleich zu Anfang des 1. Buchs (Genesis) die Bedingung, unter der wir Menschen leben. Gott hat die Erde und alles auf ihr gemacht und uns Menschen zu unserer Nutznießung übergeben. Der in der deutschen Übersetzung verwendete Begriff vom "untertan machen der Erde" ist allerdings nicht so zu verstehen, dass wir Menschen mit der Erde machen können, was wir wollen. Denn anders als in rein zwischenmenschlichen Beziehungen, die unter dem gemeinschaftsbedingenden Motto des "Gebens und Nehmens" stehen, ist das Verhältnis von Mensch und Natur klar hierarchisch:

Der Mensch ist zu 100% von natürlichen Ressourcen abhängig. Das Einzige, was er "zurückgeben" kann, ist der sinnvolle Umgang mit ihnen. Der heute häufig in diesem Zusammenhang gebrauchte Begriff der "Nachhaltigkeit" bringt das zum Ausdruck: Man kann nicht mehr rausholen als drin ist... und zwar für alle Generationen zu allen Zeiten zusammengenommen.

BilligkleidungLeider hat die Moderne ein zutiefst menschliches Problem nicht in den Griff bekommen können, während sie mittels des technischen Fortschritts die Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen ins Ungeheure gesteigert hat: Das kurzfristige Denken. Es fällt uns Menschen sehr schwer, auf heutige Bedürfnisse zu verzichten, deren Befriedigung in Zukunft zu Einschränkungen des Lebens führen werden. Ob es sich dabei um allgemein bekannte Verschwendungen wie die der fossilen Brennstoffe (Klimawandel) oder eher im Hintergrund ablaufende wie das Hinterlassen von Mondlandschaften zur Förderung von Kohle, Eisenerz oder Öl handelt (wie z.B. in Kanada oder Australien) oder das allmähliche Aufbrauchen der gesamten weltweit verfügbaren Phosphatvorräte zur Nahrungsmittelerzeugung (Überdüngung der Weltmeere) – das Muster ist überall dasselbe.

Alle Versuche, diesen Raubbau zu bremsen oder gar einzustellen, sind bislang gescheitert. Selbst wir Deutsche, die wir uns mit unserer Energiewende an der Spitze des weltweiten "Umweltschutzes" wähnen, verbrauchen trotzdem von Jahr zu Jahr mehr Kohle zur Stromerzeugung.

Solange wir das, was wir der Natur nicht zurückgeben können, nur immer weiter nehmen und wenig später wegwerfen, sieht es mit der Nachhaltigkeit schlecht aus. Vielleicht liegt uns ja gar nichts an künftigen Menschen?

Joachim Glesius

Letzte Änderung am Sonntag, 20 März 2016 01:48
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