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1. Ökumenische Baumpflanzaktion 3.Oktober 2020

geschrieben von Monika Wortmann

1. Ökumenische Baumpflanzaktion 3.Oktober 2020Oekumenekreis Refrath

Leben, Wachsen und Gedeihen, Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft

 

Baum mit Regenbogen

Für dieses Jahr war eine große Baumpflanzaktion in einem nahen Waldstück geplant. Die Idee des "Einheitsbuddeln" am Tag der Deutschen Einheit als Aktion gegen den Klimawandel gibt es seit 2019. Würde jeder Mensch in Deutschland am 3.10. einen Baum pflanzen wären dies 83 Millionen- Jedes Jahr ein neuer Wald. In diesen Ausnahmezeiten entschlossen wir uns mit einem verbindenden Baumweg im Ort zu beginnen. Gott schickte Pfrin. Marion Rauber und Birgit Dwornicki, Joachim Glesius, Kerstin Meyer-Bialk, Monika Wortmann pünktlich seinen Regensegen.

 

1. Station: KiTa St. Maria Königin

In der Kita St. Maria Königin wartete bereits eine fröhliche Schar von Kindern und Eltern, um hier einen Birnbaum einzupflanzen. Ingrid Mendel las die Geschichte von der Birne, die nicht loslassen wollte vor.
Anschließend wurde eifrig gebuddelt. Michael Bialk hielt dies im Bild fest.

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2. Station: Zeltkirche Kippekausen

An der Zeltkirche pflanzten wir einen Amberbaum, unterstützt von Heiko Niessen und Michael Wortmann. Amber, dieser wohlriechende Baum, steht symbolisch allgemein für den Schutz des Hauses und des Hofes sowie der dort lebenden Menschen und Tiere.

Psalm 1 zeigt den rechten Weg eines Christen auf:

1 Selig der Mann, der nicht nach dem Rat der Frevler geht, nicht auf dem Weg der Sünder steht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
2 sondern sein Gefallen hat an der Weisung des HERRN, bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt.
3 Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen.
4 Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
5 Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber verliert sich.

s. Einheitsübersetzung                     

 

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Mit dem Lied "Gott gab uns Atem, damit wir leben" (Evangelische Gesangbuch Nr. 432, Text: Eckart Bücken 1982, Melodie: Fritz Baltruweit 1982) schlossen wir diesen Abschnitt des Baumpilgerweges ab.

 

3. Station: KiTA St. Johann Baptist

Einen Walnussbaum erhielt die Kita St.Johann Baptist. Den wünschten sich die Kinder für die Eichhörnchen. Wir wurden mit Kuchen in bunt bemalten Päckchen verwöhnt. Kerstin Meyer- Bialk zitierte den kath. Ordensgeistlichen Phil Bosmans, der den Lebenskreislauf von Baum und Menschen vergleicht:

„Willst Du mit einem Baum vertraut werden, dann schau gut hin, was er dir zeigt. Du wirst seinen Reichtum und seine Armut sehen: sein Erwachen und Blühen im Frühling, seine Früchte im Sommer, sein Sterben im Herbst und sein Totsein im Winter. Willst du mit einem Baum vertraut werden, dann vergreife dich nie an seinen Wurzeln, sonst stirbt er für alle Zeiten. So ist es auch mit einem Menschen.“

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 4. Station: ev. Kirche Am Vürfels

Vierte Station war die Wiese an der Kirche am Vürfels. Hier setzten wir neben dem Partnerschaftsbaum aus Tansania einen weiteren Apfelbaum.
Pfarrerin Marion Rauber zitierte „Himmelsduft“ von Alexander Solschenizyn:

Über Nacht war Regen gefallen, und nun wandern Wolken über den Himmel – ab und zu sprüht Nässe herab. Ich stehe unter einem Apfelbaum, der zu verblühen beginnt, und atme. Nicht allein der Apfelbaum, sondern auch die Gräser ringsumher haben die Feuchtigkeit des Regens aufgesogen – kein Name lässt sich finden für jenen süßen Duft, der die Luft erfüllt. Ich sauge ihn ein mit der vollen Kraft meiner Lunge, und meine ganze Brust spürt den Wohlgeruch. Ich atme, atme – einmal mit offenen Augen, dann wieder mit geschlossenen Augen. Ich weiß nicht zu sagen, was schöner ist. Dies ist wohl jene einzigartige, allerkostbarste Freiheit, deren uns das Gefängnis beraubt, so zu atmen, hier zu atmen. Keine Speise dieser Erde, kein Wein erscheint mir süßer als diese Luft – diese Luft, gesättigt von Blühen, Feuchtigkeit, Frische. Ist es auch nur ein winziges Gärtchen, eingezwängt zwischen den Käfigen fünfstöckiger Häuser. Das Knattern der Motorräder, das Geheul der Plattenspieler, das Getrommel der Lautsprecher entschwinden meinem Bewusstsein. Solange man noch unter einem Apfelbaum nach dem Regen atmen kann – so lange lässt es sich leben.

Sie führte weiter aus:

Wer einen Baum pflanzt, liebe Schwestern und Brüder,
der tut das immer auf Zukunft hin.
Und auf Hoffnung: dass der Baum Wurzeln schlägt und fest steht;
dass er wächst und grünt und blüht und einmal Früchte trägt.
Wir wollen jetzt diesen Apfelbaum pflanzen,
- in gute Erde - als Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung
und als Symbol für unsere Ökumene
in der glaubenden, festverwurzelten Hoffnung,
dass Gott ihn wachsen lässt.

Schließlich wurde an der Station noch „Komm Bau ein Haus“ (Text: Friedrich Karl Barth, Peter Horst & Hans-Jürgen Netz - Musik: Peter Janssen)
gesungen.

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5. Station: KiTa St. Elisabeth

Unseren letzten Birnbaum setzten wir in der Kita St. Elisabeth.

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Das Fontane-Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ erinnerte daran, dass Gottes Segen auch unabhängig von unseren Vorstellungen wirkt:

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

 So ging es viel Jahre, bis lobesam
der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«

 So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

 

Und so erbitten wir auch Gottes Segen für die gepflanzten Bäume und die Menschen, die sie hegen. Vielen Dank an alle die - auch im Vorfeld- mitgeholfen haben, diese ökumenischen Hoffnungszeichen zu setzen. Eine mutmachende Aktion, die wir Christen in 2021 vielleicht in einem Waldstück wiederholen können.

Für den Ökumenekreis Monika Wortmann

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