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Das Licht der Welt

Licht der Welt
Datum:
12. März 2026
Von:
Sr. Barbara

Liebe Leserinnen und Leser!

Immer wieder bin ich dankbar dafür, dass ich mit Kindern arbeiten darf. Nicht nur, weil es einfach Freude macht, sondern auch, weil ich dabei so viel lerne!

Achtjährige beginnen gerade erst mit dem abstrakten Denken. Viele unserer normalen Formulierungen können sie noch nicht verstehen. „Jesus ist das Licht der Welt.“ Häh? Oft merke ich erst beim Versuch zu erklären, wo ich mich hinter Bildern verstecke, die ich erst einmal füllen muss.

An diesem Sonntag lesen wir aus dem Johannesevangelium die Blindenheilung am Teich von Schiloach. Wenn wir aus dem Leben Jesu eines sicher wissen, dann, dass er geheilt hat. Trotzdem überliefert uns Johannes keinen medizinischen Bericht; bei ihm wird die Heilung zu einem Bild für etwas anderes.

Die Menschen, die von dem Wunder erfahren, können nicht glauben, dass Jesus tatsächlich in göttlicher Vollmacht handelt. Er hat den Sabbat missachtet, also ist er ein Sünder. Fertig. Wieder und wieder fragen sie, was passiert ist. Und schließlich wird klar: es geht hier um eine andere Art des Sehens. Auch wer gesunde Augen hat, kann blind sein. Blind für den Gesandten Gottes, für Jesus, das Licht der Welt. 

Die Pharisäer und Nachbarn in der Erzählung sind blind, weil sie sich zu sicher sind. Sie kennen das Gesetz des Moses. Diesen merkwürdigen Wunderheiler kennen sie nicht. Sie sind nicht offen für eine neue Wahrheit. Schließlich stoßen sie den Geheilten sogar aus der Synagoge aus. Das ist dann der Punkt, der uns alle betrifft: halten wir die Augen auf für die Botschaft Jesu, auch wenn sie uns überrascht? Oder halten wir an dem fest, was wir schon immer kennen und laufen in den gesetzlich festgelegten Bahnen, komme, was da wolle?  

Herzliche Grüße

Sr. Barbara