Licht

Liebe Leserinnen und Leser!
Vor genau einem Monat haben wir Weihnachten gefeiert und in den Christmetten am Heiligabend Verse der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja gehört, die auch an diesem Sonntag gelesen werden: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land der Todesschatten wohnten, strahlte ein Licht auf.“ (Jes 9,1) – Der Evangelist Matthäus zitiert im Sonntagevangelium diese Worte und setzt sie in Beziehung zum Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu. Jesus verlässt Nazaret nachdem er gehört hat, dass Johannes der Täufer gefangen genommen wurde. Es zieht ihn nach Kafarnaum in Galiläa. Ja, das kleine Jesuskind in der Krippe ist inzwischen erwachsen geworden, verkündet die Nähe des Himmelreiches und ruft Menschen zur Umkehr und in seine Nachfolge (Mt 4,12-23).
Wir wissen, dass durch die Geburt Jesu, auch nicht durch sein Sterben und seine Auferstehung, das Böse, die dunklen Mächte im Menschen und in der Welt verschwunden sind. Das Reich Gottes hat zwar mit Jesus begonnen, ist aber noch nicht vollendet. Neid, Gier, Macht und Mammon regiert immer noch die Welt und nicht die Liebe, die uns Jesus schenkt und sie zu erwidern er uns auffordert und einlädt.
Viele Mächtigen unserer Welt nennen sich sogar selbst noch Christen, lassen ihr Handeln dennoch von teuflischen Kräften bestimmen und verkörpern das Böse schlechthin, wenn sie Menschen mit Krieg, Gewalt, Unrecht, Versklavung und Tod überziehen oder auch nur drohen.
Und wenn Jesus seinen Jüngern immer wieder einschärft: „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16), so gilt dies nicht nur für ein Resultat, dass irgendwann mal in der Geschichte gezogen werden kann, sondern auch für den Weg, der dahin gegangen wurde. Schließlich sagt Jesus von sich „ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Ob Putin, Trump oder Hitler und andere. Für sie ist Jesus naiv, weltfremd. Sie verlachen ihn, wenn er sagt, er sei „gekommen, nicht um bedient zu werden, sondern um zu dienen“ (Mk 10,45)! Sie beanspruchen für sich selbst, Gott zu sein. Ob wir bereit sind, einen solchen Götzendienst zu vollziehen, muss jeder Mensch „guten Willens“ und nicht nur jeder Christ für sich entscheiden.
Keine und keiner von uns ist ohne Fehler! Da aber, wo Umkehr geschieht und wahrhaftig versucht wird, den Weg der Liebe einzuschlagen, da strahlt das helle Licht Gottes auf, das einst alle Dunkelheit und alle dämonischen Kräfte vertreibt und zugrunde gehen lässt.
Vertrauen wir der liebevollen Zuwendung Gottes in Jesus Christus, der auf ewig in liebevoller Gemeinschaft mit den Menschen leben möchte. Er kann uns schon hier auf Erden mit seinem himmlischen Licht umfangen, wo andere nur das Dunkle sehen.
Ihnen allen einen gesegneten, lichtreichen Sonntag,
Ihr Winfried Kissel, Pfr.