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Neuanfang

Ziel erreichen
Datum:
26. Feb. 2026
Von:
Winfried Kissel, Pfr.

Liebe Leserinnen und Leser,

„Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.“ (Gen 12,1), sagt Gott zu Abraham. Und der macht sich auf, zieht los in der Hoffnung, endlich einen guten Platz zum Leben zu finden. Er zieht los, wirklich los, lässt alles stehen und liegen - und wird reich belohnt.

Ein Segen soll er sein. Und ein Segen wird er. Abraham - ein Mann, an dem wir bis heute ablesen können, wohin grenzenloses Vertrauen führen kann. Abraham bricht auf, weil er in seiner Heimat keine Perspektive mehr hat. Er bricht auf trotz seines hohen Alters und lässt alles hinter sich. Sein Vertrauen in Gott ist so groß, dass er ihm alles zutraut. Im hohen Alter wird er noch Vater und Gott verspricht ihm reiche Nachkommenschaft und wird ihn zu einem großen Volk machen. Gott zeigt Abraham Wege in die Zukunft.

Die Lesung aus dem Buch Genesis lädt uns an diesem Sonntag ein, in Abrahams Geschichte unser eigenes Leben zu erkennen. Abraham und mit ihm seine Frau Sara, sie sind zum Urbild des Aufbruchs geworden. Des Neuanfangs. Des Vertrauens. Abraham und Sara, die beiden Alten, sie sollen uns bis heute immer wieder daran erinnern, dass Leben Bewegung ist. Dass wir nie stehen bleiben dürfen. Dass wir in aller Ausweglosigkeit doch damit rechnen dürfen, dass der verborgene Gott mit einem neuen Plan um die Ecke kommt. Dass er die Geschichte nicht an die Wand fahren lässt, dass er uns am Leben hält.

Wenn wir als Glaubende unterwegs sind, wenn wir die alten Geschichten aus der Bibel nicht einfach immer nur hören wollen, sondern uns von ihnen infrage stellen lassen, dann dürfen wir uns nicht gemütlich zurücklehnen, so wie Petrus es auf dem Berg Tabor wollte mit seinen Hütten (vgl. Matth 17,4) den Moment festhalten, Gottes Nähe erfahren exklusiv und ohne Ende. Wenn wir als glaubhafte Menschen in der Spur Jesu unterwegs sein wollen, müssen wir uns mit der Realität auseinandersetzen, uns den Herausforderungen unseres Lebens, unserer Gesellschaft und unserer Welt stellen.

Der Weg Jesu mit seinen Jüngern geht vom himmlischen Geschehen auf dem Berg Tabor zunächst hinab in die Niederungen des Alltags und hinein in Verurteilung, Leid und Tod Jesus Christi, bevor das österliche Licht alle Dunkelheiten dieser Welt erleuchten wird.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Vorbereitungszeit auf Ostern, in der wir unser Ziel, die ewige Gemeinschaft mit Gott und allen Menschen, die mit ihm leben nicht aus dem Blick verlieren.

Herzliche Grüße

Winfried Kissel, Pfr.