Vertrauen-Hoffnung-Zuversicht

Liebe Gemeinde,
oft erzählt die Bibel Geschichten, die überraschend nah an unserem eigenen Leben sind. Das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus an diesem Sonntag ist so eine Geschichte. Hier geht es um Erfahrungen, die viele von uns kennen: Krankheit, Sorge um einen geliebten Menschen, Trauer – und die Frage, wo Gott in solchen Momenten eigentlich ist.
Die Angst vor dem Tod bewegt viele Menschen. Nicht erst am Lebensende, sondern vor allem dann, wenn wir mitten im Alltag mit dem Tod konfrontiert sind: Der Unfall eines Freundes, die lebensbedrohliche Krankheit eines Familienmitglieds, vielleicht auch das zunehmende Alter, bei dem uns bewusst wird, dass das Leben begrenzt ist.
Jesus legt sich mit dem Mächtigsten und Bedrohlichsten an, das unser Leben infrage stellt – mit dem Tod selbst. Und er ruft den toten Lazarus zurück ins Leben. Jesu Verheißung auf Leben ist stärker als alles, was uns bedroht und uns Angst macht. Kann ich aus diesem Vertrauen leben? Dass mir ewiges Leben in Fülle verheißen ist, das nicht mehr zerstört werden kann?
Dieses Vertrauen können wir jetzt schon einüben. In den kleinen Sterbeprozessen, die wir immer wieder im Leben erfahren; im Loslassen von kleinen oder großen Dingen; in der Einübung von Abschied und Neuanfang in jedem Alter. Und auch wenn wir in der Erfahrung des Todes Schmerz und Trauer erleben – im Glauben dürfen wir die Zuversicht haben, dass wir im Tod und über den Tod hinaus von Gottes Liebe getragen sind. „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“, sagt Jesus uns zu.
Im Blick auf Ostern werden wir jetzt schon an die Verheißung erinnert, dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod; stärker als alles, was das Leben bedroht. Dies kann uns Hoffnung und Zuversicht schenken, damit wir unser Leben mit allen Höhen und Tiefen immer wieder neu wagen können.
Ich wünsche uns jeden Tag das Vertrauen, dass unser Leben und Sterben in Gottes Hand geborgen ist.
Ihr / Euer Rijo Puthuva