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Den Glauben weitergeben

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Datum:
7. Mai 2026
Von:
Sr. Barbara

Liebe Leserinnen und Leser!

An diesem Wochenende empfangen 62 Kinder unserer Pfarrei zum ersten Mal die Heilige Kommunion. Natürlich freuen wir uns mit ihnen und werden uns bemühen, ein möglichst schönes Fest zu gestalten. Doch ich mache mir keine Illusionen: viele von ihnen werden wir danach nicht mehr in unserer Kirche sehen. 

Wir versuchen, ihnen Inhalte und Formen zu erklären und sprechen mit ihnen darüber, dass Jesus ihnen seine Freundschaft anbietet. Aber ein großer Teil der Familien hat keinerlei Bezug zum Glauben und zur Kirche – wie viel wird da also hängenbleiben?

Manchmal finde ich das sehr traurig, vor allem wenn ich an die Momente denke, in denen mir mein Glaube und die Gemeinschaft mit anderen Christen guttun: ein schöner Gottesdienst, vielleicht mit Chor oder Band, mit vielen Messdienern und guter Predigt. Oder eine der vielen Aktionen, die es bei uns gibt: Kinderbibelwoche, Jo-BaR, Pfarrfest usw. usf., bei denen Gemeinde lebendig und ermutigend spürbar ist. Aber genauso, wenn ich meine Ordensgemeinschaft als tragende Kraft erlebe oder im Gebet Gott direkt spüren kann, der mir Trost, Halt und Sinn gibt.

All das würde ich gerne auch den Kindern und ihren Eltern vermitteln, aber oft wird das nicht gelingen. Habe ich, haben wir versagt? 

Im Evangelium dieses Sonntags sagt Jesus zu seinen Jüngern, er werde ihnen einen Beistand schicken, den Geist der Wahrheit, „den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht kennt“. Ziemlich unbefriedigende Begründung! Warum können denn nicht alle den Geist Gottes erkennen und empfangen?

Uns bleibt wohl nur der Rat aus dem Petrusbrief: „Seid stets bereit, Jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ Mehr können wir nicht tun – aber weniger soll es auch nicht sein.

Herzliche Grüße

Sr. Barbara