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Der Weg

Weg
Datum:
30. Apr. 2026
Von:
Pfr. Kissel

Liebe Leserinnen und Leser,

im Sonntagsevangelium spricht Jesus die uns bekannten Worte „Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn […] ich einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ (Joh 14, 1b-3).

Jesus führt uns in die ewige Gemeinschaft mit Gott, ins himmlische Jerusalem. Die Wohnung, die er uns bereitet ist kein Haus oder Raum aus Steinen und Wänden. Vielmehr ist es der Raum der liebenden Gemeinschaft mit Gott, die Beziehung zu Gott, die Jesus uns durch seinen Tod und seine Auferstehung neu eröffnet hat.

Jesus weist seine Jünger daraufhin, dass wir den Weg in diese ewige Gemeinschaft kennen. So sagt er ihnen „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6) Wer also mit Jesus seinen Lebensweg geht, der ist auf dem richtigen Weg. Ostererfahrungen sind Weggeschichten und die Wahrheit ist keine dogmatische Wahrheit, sondern die Liebe, die sich im Leben bewährt. Es ist keine Wahrheit, die man besitzen kann.

Wenn wir uns auf die Spurensuche seines Weges machen, entdecken wir einen Gott, dessen Art es ist, schlicht und einfach zu sein. Jesus ist keiner, der es braucht, bedient und hofiert zu werden. Er sieht nicht auf das Äußere. Geld, Stand und Ansehen beeindrucken ihn nicht. Allein die Liebe zählt! So wird Jesus „zum Eckstein, den die Bauleute verworfen haben.“ (1Petr 2,7).  Das Vertrauen auf Jesus Christus ist der sicherste Weg zur Wahrheit. Nicht wir sind das Leben, aber wir dürfen an Jesu Kraft und Leben teilhaben. Ja, unser Glaube beruht vor allem auf einer lebendigen Verbindung zu Christus.

In diesem Sinne ruft uns die Lesung aus dem 1. Petrusbrief am Sonntag dann auch auf: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft.“ (1Petr, 2,5). Wir selber können also zur Wohnung für andere werden indem wir den Weg der Liebe Jesu gehen und so Leben ermöglichen und stärken und auf diese Weise Gottes Wahrheit bezeugen.

Ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten 5. Ostersonntag und den Frieden Gottes, der alle Vernunft übersteigt

Winfried Kissel, Pfr.