Du wirst geliebt!

Liebe Mitchristen,
das Matthäusevangelium ist ja ein recht düsterer Text. Liest man das Evangelium vom heutigen Sonntag, fühlt man im ersten Augenblick nicht den „Ich-hab-Dich-lieb-Jesus“. Wenn jemandem gesagt wird, dass „eher Zöllner und Dirnen als Ihr in das Reich Gottes gelangen“, dann ist das schon mal eine Ansage.
Man sollte beim Lesen solcher Texte immer im Hinterkopf haben, wann und für wen sie geschrieben wurden. Das Matthäusevangelium wurde um das Jahr 80, also nach der Zerstörung Jerusalems und des Jerusalemer Tempels geschrieben. Der Autor des Textes richtet sich an ein judenchristliches Milieu, welches sich aufmacht, um die Frohe Botschaft auch außerhalb des Volkes Israel zu verkünden, zu missionieren. Diesen inneren Konflikt (also das Alte, das Volk Israel, das Judentum) hinter sich zu lassen und sich einer neuen Gruppe von Menschen zu zuwenden, zieht sich wie ein roter Faden durch das Matthäusevangelium.
Und dennoch ist auch das Matthäusevangelium ein Teil der Bibel, muss im Kontext der anderen biblischen Texte gesehen werden, steht auch in Verbindung mit der Aussage Gottes an den Menschen „Du wirst geliebt!“ An dieser Aussage entlang haben wir unsere zweite Auszeit St. Johann Baptist – Du wirst geliebt! geplant. Ich lade Sie und Euch dazu ein, dieser Liebe Gottes in den nächsten Tagen nachzuspüren! Entweder während unserer Auszeit-Angebote (Flyer liegen aus oder sind auf unserer Homepage einsehbar) oder zum Beispiel auch während des Erntedank- und Herbstfestes im Bethanien Kinderdorf, welches am 27. September stattfinden wird.
Gott ist in dieser Welt. Er liebt uns. Liebe ist bedingungslos. Aber sie darf natürlich auch unser Tun hinterfragen, uns zur Umkehr aufrufen, uns dazu ermutigen, jeden Tag ein Stückchen besser zu werden.
Du wirst geliebt!
Armin Wirth, GR.