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Erntedank

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Datum:
1. Okt. 2026
Von:
Thomas Bodenmüller

Liebe Gemeinde,

„Ich will singen von meinem Freund, das Lied meines Liebsten von seinem Weinberg.“, heißt es in der Jesája Lesung des kommenden Sonntags – eine fröhliche und harmonische Idylle: na dann Prost! Aber das böse Erwachen folgt sogleich. Der Weinberg bringt nur saure Beeren. In seiner Wut reisst der Besitzer den Weinberg nieder. Gott hat uns als Reben seines Weinbergs eingepflanzt, auf dass wir Frucht bringen. Wie gehen wir aber mit den Früchten der Erde und der Schöpfung um, die er uns anvertraut hat? Man muss nicht erst den Klimawandel besehen, um zu erkennen, dass der Mensch, Gottes Volk, nicht besonders verantwortungsvoll mit den lebendigen Früchten, die doch alle nähren sollen, umgeht. Alles Banane? Tomaten auf den Augen! Eine Gurkentruppe! Und jeder gibt seinen Senf dazu! Saubere Früchtchen sind wir mitunter. Aber was können denn die Früchte dafür? Wir raffen, wir scheffeln, wir gieren – und was spricht Gott? „Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott“ heißt es im Philipperbrief. Danken sollen wir, dankbar sein, aber nicht auf Geheiß, sondern aus der Erkenntnis, dass wir, wenn wir dankbar und ehrfurchtsvoll mit den Früchten der Erde umgehen, selbst zur Frucht werden können und dass wir von Gott unendlich beschenkt sind. Das ermöglicht eine gerechte Verteilung und wahren Frieden. Würde es ermöglichen. Stattdessen treibt es der Mensch noch bunter: Im Gleichnis Jesu im Evangelium werden die Knechte des Weinbergbesitzers geprügelt, gesteinigt oder umgebracht, schließlich sogar sein eigener Sohn. Gottes Liebe zu uns ist so groß, dass sogar sein eigener Sohn die Konsequenzen seines eigenen Denkens, Redens und Handelns nicht gescheut hat und folglich in den Tod gegangen ist. Er ist zum Eckstein geworden und hat uns neues Leben geschenkt. Das übersteigt wahrhaft jedes menschliche Verstehen-Wollen oder jeden menschlichen Gerechtigkeitsbegriff. „Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“

 

Das wünsche ich Ihnen von Herzen!

Thomas Bodenmüller