Fürchtet Euch nicht!

Liebe Schwestern und Brüder,
„Fürchtet euch nicht!“ Dreimal hören wir diesen Satz im heutigen Evangelium. Es ist kein Zufall, dass Jesus diese Worte so eindringlich wiederholt. Denn Angst gehört zu den tiefsten Erfahrungen des menschlichen Lebens. Sie begleitet uns seit jeher. Die Angst vor Krankheit, vor dem Verlust eines geliebten Menschen, vor Unsicherheit in Beruf und Familie, vor Kriegen und Krisen, die unsere Welt erschüttern.
Die Worte Jesu sind jedoch keine billige Beruhigung und keine Aufforderung, die Augen vor den Problemen der Welt zu verschließen. Jesus kennt die Schwierigkeiten des Lebens. Und er bereitet seine Jünger darauf vor, dass ihr Weg nicht immer leicht sein wird. Wer sich zu Christus bekennt, wird nicht immer auf Zustimmung stoßen. Dennoch sagt Jesus: „Fürchtet euch nicht!“ Warum kann er das sagen?
Weil die Grundlage unseres Lebens nicht die Angst, sondern die Liebe Gottes ist. Angst ist oft ein schlechter Ratgeber. Sie lässt uns vor allem die Gefahren sehen und verstellt den Blick auf das, was möglich ist. Jesus möchte uns einen anderen Weg zeigen. Er lädt uns ein, aus dem Vertrauen zu leben. Vertrauen bedeutet nicht, dass alles immer gut ausgehen wird oder dass wir keine Schwierigkeiten erleben. Vertrauen bedeutet vielmehr, dass wir wissen dürfen: Gott geht jeden Weg mit uns und bleibt an unserer Seite. Er liebt uns bedingungslos.
„Fürchtet euch nicht!“ Dieser Satz Jesu kann zu einem Leitwort unseres Lebens werden. Mögen diese Worte uns in den kommenden Wochen begleiten. Vertrauen wir darauf, dass wir in Gottes Hand geborgen sind. Und lassen wir dieses Vertrauen sichtbar werden – in unserem Umgang miteinander, in unserem Dienst für andere und in unserem gemeinsamen Leben als Gemeinde.
So wünsche ich Ihnen und Ihren Familien Gottes reichen Segen, Zuversicht in schwierigen Zeiten und die Freude des Glaubens, die aus der Gewissheit wächst: Wir sind von Gott geliebt, begleitet und getragen – heute und an allen Tagen unseres Lebens.
Ihr Rijo Puthuva