Gemeinschaft stärken

Liebe Gemeinde,
Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, wird auch als der Geburtstag der Kirche bezeichnet. Fünfzig Tage nach Ostern feiern wir, dass Gottes Geist auf die Jünger herabkam und aus ängstlichen Menschen mutige Zeugen des Glaubens machte. Die Jünger hatten sich nach dem Tod Jesu zurückgezogen und die Türen verschlossen. Und gerade in diese Verschlossenheit hinein kommt Gottes Geist – wie ein Sturm, wie Feuer, wie neue Lebenskraft. Plötzlich finden die Jünger Worte; sie bekommen Mut und Hoffnung. Sie gehen hinaus und verkünden die Frohe Botschaft. Aus Angst wird Vertrauen, aus Schweigen wird Verkündigung, aus Unsicherheit wird Aufbruch.
Viele Menschen erleben heute Verunsicherung. Kriege, gesellschaftliche Spannungen, Zukunftsängste und persönliche Sorgen belasten unser Leben. Nicht wenige fragen sich: Wo ist Gott in dieser Welt? Das heutige Fest will uns zeigen: Gott lässt uns nicht allein. Sein Geist wirkt auch heute. Er ist Gottes lebendige Gegenwart mitten unter uns.
Pfingsten erinnert uns daran, dass Kirche mehr ist als ein Gebäude oder eine Institution. Kirche und Gemeinde lebt dort, wo Menschen sich vom Geist Gottes bewegen lassen. Dieser Geist kann neue Wege öffnen. Er schenkt Kreativität, Fantasie und Begeisterung. Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass Gottes Geist in uns wirkt. In Taufe und Firmung wurde er uns zugesagt.
Pfingsten ist auch ein Fest der Erneuerung und des Aufbruchs. Vielleicht brauchen wir gerade heute diesen Geist besonders dringend – in unserer Kirche, aber auch in unserem persönlichen Leben. Wo sind Türen verschlossen? Wo haben sich Resignation oder Gleichgültigkeit breit gemacht?
Bitten wir den Heiligen Geist, dass er unsere Herzen neu entzündet. Dass er unsere Gemeinschaft stärkt. Dass er uns Mut schenkt, Zeuginnen und Zeugen der Hoffnung zu sein. Möge Gottes Geist uns alle neu erfüllen mit seiner Liebe, seiner Freude und Kraft.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und frohes Pfingstfest.
Ihr Rijo Puthuva