Gemeinschaft und Begegnung

Liebe Schwestern und Brüder,
an diesem Sonntag hören wir im Evangelium, wie ein Gutsbesitzer mehrmals am Tag hinaus geht, um Arbeiter für seinen Weinberg zu suchen. Einige beginnen früh am Morgen, andere später, manche sogar erst in der letzten Stunde. Am Abend erhalten alle denselben Lohn. Diejenigen, die den ganzen Tag gearbeitet haben, fühlen sich benachteiligt. Jesus zeigt uns in diesem Gleichnis jedoch eine andere Dimension von Gerechtigkeit: die Güte Gottes und seine barmherzige Liebe.
Heute dürfen wir dankbar auf ein besonderes Ereignis schauen:
Wir feiern das 100jährige Bestehen der St. Hubertus Schützenbruderschaft Refrath. Ein ganzes Jahrhundert bedeutet viele Generationen, viele Begegnungen, viele Feste, aber auch Zeiten der Herausforderung und des Neuanfangs. Wenn wir auf diese hundert Jahre zurückblicken, dürfen wir vor allem dankbar sein für die Menschen, die den Schützenverein aufgebaut, weitergeführt und mit Leben erfüllt haben. Viele haben ihre Zeit und ihre Kraft geschenkt, Verantwortung übernommen, Feste organisiert und Gemeinschaft gestaltet. Generationen wurden miteinander verbunden, Freundschaften sind entstanden und Traditionen wurden weitergegeben.
Ebenso begehen wir heute den Caritassonntag. Das Wort „Caritas“ bedeutet Nächstenliebe. Für uns Christen ist Caritas nicht einfach eine soziale Aufgabe unter vielen. Sie gehört zum Wesen unseres Glaubens und setzt ihn in die Tat um. Gottes Liebe gilt allen Menschen, besonders denen, die in Not sind und Hilfe brauchen. Wir sind aufgefordert, diese Not wahrzunehmen und zu lindern. Caritas beginnt deshalb mit offenen Augen und einem offenen Herzen für unsere Mitmenschen. Unsere Gemeinde soll ein Ort sein, an dem Menschen erfahren: Ich bin nicht allein. Ich werde gesehen. Ich bin willkommen.
Ich wünsche der Schützenbruderschaft ein frohes und gesegnetes Jubiläum mit vielen guten Begegnungen. Und unserer Gemeinde eine lebendige, offene und von der Nächstenliebe geprägte Zukunft.
Ihr Rijo Puthuva