Leben vor dem Tod

Kommst du mit ins Konzert? Stell dir vor: Wir haben doch noch Karten gekriegt! Wir holen dich in 10 Minuten ab.
Liebe Leserinnen und Leser!
Ersetzen Sie in diesem Beispiel das Konzert gerne durch eine Sehnsuchtsveranstaltung Ihrer Wahl: Musical, Theater, Fußball… Sie bekommen DIE Chance – aber Sie müssen schnell zugreifen. Wer jetzt gemütlich in der Badewanne sitzt oder erst noch die Abendgarderobe bügeln will, bleibt zu Hause.
Jesus erzählt die Originalgeschichte mit einer Hochzeit. Alle warten auf den Bräutigam, aber man weiß nicht, wann er kommt. Nur wer so vorbereitet ist, dass er sofort aufbrechen kann, schafft es in den Festsaal. Fazit: Seid wachsam, denn ihr wisst „weder den Tag noch die Stunde“.
Die ersten Christen lebten in der Naherwartung: Für sie war klar, dass Jesus bald wiederkommen wird. Uns ist nach 2.000 Jahren der Gedanke an das unmittelbar bevorstehende Jüngste Gericht fremd geworden. Trotzdem hat dieses Evangelium nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Denn es geht ja nicht nur um das Ende der Welt, sondern auch um unser individuelles Leben: Wenn eines sicher ist, dann der Tod. Und da niemand weiß, wann es soweit ist, wäre es gut, sich darauf vorzubereiten.
Nun soll das hier keine Werbung für ein Bestattungsunternehmen werden – im Gegenteil! Denn eigentlich geht es ja nicht um den Tod, sondern um das, was danach kommt. Eine Begegnung mit Gott? Wie auch immer wir sie uns vorstellen: Es sollte nicht so schwer sein, sich darauf vorzubereiten. Gott bietet uns schließlich seine Nähe an. Jetzt schon. Jeden Tag. Im Gebet, im Mitmenschen, im Gottesdienst, in der Natur… auf vielerlei Arten können wir ihm begegnen - und ihn schon in unser Leben VOR dem Tod lassen.
Oder wie eine alte Mitschwester von mir gerne sagte: „Ich bin bereit, aber ich drängel mich nicht.“
Herzliche Grüße