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„Nimm die Einladung an!“

Fest
Datum:
8. Okt. 2026
Von:
Sr. Barbara

Liebe Leserinnen und Leser!

Stellen Sie sich vor, Sie feiern ein Fest – und niemand kommt hin!

Freunde, Nachbarn und Kollegen, alle haben sie was Besseres vor oder irgendwelche fadenscheinigen Ausreden. Was dann?

Jesus hat uns dies als Gleichnis erzählt, überliefert von den Evangelisten Lukas und Matthäus. Bei Matthäus ist es ein König, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt. Was für eine Freude und Ehre! Trotzdem nimmt niemand die Einladung an – komisch! – und einige töten sogar die Boten.

Hier kippt die Geschichte: Der freundliche König lässt eine ganze Stadt niederbrennen. Matthäus denkt wohl an die Zerstörung Jerusalems (70 n.Chr.) und deutet sie als Strafe für die Ablehnung des Messias durch das Volk Israel. Bei Lukas kommt das nicht vor.

Der König will trotzdem noch feiern. Und jetzt sind alle eingeladen, Gute und Böse. Im neuen Bund gibt es keine Voraussetzungen mehr, um zu Gott zu gelangen, alle, wirklich alle sind wir in seine Nachfolge gerufen.

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein (und bei Lukas ist sie das auch!), ein schönes Happy End, wenn da nicht der Mann ohne Hochzeitsgewand wäre. Er kann nicht erklären, warum er keines hat und wird hart bestraft. Aber er kommt doch von der Straße! Es kann also kein äußeres Kleid gemeint sein.

Für uns ist der Gedanke an die ewige Verdammnis fremd geworden. Wir haben oft die Vorstellung, dass Gott uns alle liebt und dass es deshalb quasi egal sei, was wir tun, denn wir kommen ja alle, alle, alle in den Himmel. Hier widerspricht das Gleichnis. Ja, wir sind bedingungslos geliebt! Wir müssen die Liebe Gottes nicht verdienen. Aber annehmen! Und das heißt nicht, irgendwie dabei zu sitzen und anderen beim Christsein zuzusehen! Sondern es heißt, sich mit Liebe, Frieden und Gerechtigkeit zu bekleiden – so gut wir das halt können.

In diesem Sinne: lasst uns das Hochzeitsgewand anziehen und die Gemeinschaft mit Gott feiern!

Herzliche Grüße

Sr. Barbara