Von der Landgräfin zur Helferin der Armen

Viele schimpfen, unsere Zeit sei so schnelllebig. Aber schon vor 800 Jahren konnte ein Leben ziemlich „verdichtet“ sein:
Elisabeth von Thüringen erlebte in nur 24 Jahren mehr, als manche in einem langen Leben mitmachen.
Mit 4 Jahren wurde die Königstochter weg von ihrer Familie aus Ungarn an den Thüringer Hof geschickt, um dort einmal den Landgrafensohn Hermann zu heiraten. Sie wuchs mit ihm und seinen Geschwistern auf der Wartburg auf. Doch Hermann starb schon als Jugendlicher und so heiratete Elisabeth mit 14 Jahren dessen jüngeren Bruder Ludwig. Nach fünf glücklichen Ehejahren kam ihr Mann auf dem Weg zum Kreuzzug ums Leben. So war Elisabeth mit 19 bereits Witwe und Mutter von drei Kindern.
Nach dem Tod ihres Ehemanns entschied sich Elisabeth für ein Leben in Dienst und Armut, nach dem Vorbild des Hl. Franz von Assisi: Mit nur 21 Jahren gründete sie schließlich in Marburg ein Hospital, obwohl sie dafür erst mühsam ihr Witwengut gegen den Widerstand ihrer Schwäger durchsetzen musste.
Mit nur 24 Jahren starb sie in Marburg. Schon vier Jahre später wurde sie heiliggesprochen, für damalige Verhältnisse ungewöhnlich schnell und für das Mittelalter geradezu rekordverdächtig rasch: Heiligsprechungen dauerten damals oft Jahrzehnte oder Jahrhunderte; bei Elisabeth wurde der Prozess so zügig geführt, dass Papst Gregor IX. sie schon 1235 heilig sprach.
In unserer Pfarrei erinnern zwei Skulpturen an sie: eine moderne Bronzefigur mit einem Bedürftigen in St. Elisabeth, geschaffen von dem Kölner Bildhauer Toni Zenz im Jahr 1987, und eine bemalte Holzfigur in der Alten Kirche.
Auch musikalisch ist Elisabeth bei uns präsent: Einer unserer früheren Pfarrer der damals noch eigenständigen Pfarrei St. Elisabeth, Pfarrer Ewald Froitzheim, verfasste zusammen mit dem damaligen Organisten Willibald Scherf ein eigenes Elisabeth-Lied, das auch dieses Jahr wieder beim Patrozinium gesungen werden wird. Wir begehen das Patrozinium dieses Jahr am Samstag, 14.11.2026:
- 17 Uhr Eucharistische Anbetung
18 Uhr Patroziniumsmesse