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Kirchplatz von St. Johann Baptist in RefrathKirchplatz von St. Johann Baptist in Refrath

Donnerstag, 31 Oktober 2019 13:01

Gott, der Herr ist ein „Freund des Lebens“

geschrieben von

Herz Holz 300 Liebe Leserinnen und Leser,

der Autor des alttestamentlichen Weisheitsbuches ist sich sicher: Gott, der Herr ist ein „Freund des Lebens“. Er liebt alles, was er erschaffen hat. In allem ist sein unvergänglicher Geist. Deshalb liebt er auch den Sünder und geht ihm nach (vgl. Weish 11,22 – 12,2).

Die Erzählung aus dem Lukasevangelium an diesem Sonntag (Lk 19,1-10) ist wie eine Illustration dieses Weisheitstextes: Jesus begegnet Zachäus. Dieser Zachäus, klein von Gestalt, will Jesus sehen und klettert deshalb auf einen Baum um über die Menschenmasse hinwegschauen zu können. Da er die Menschen oft betrogen hat, zu viel Zoll erhoben hat und zudem mit der römischen Besatzungsmacht kollaboriert, ist er bei den Juden ungeliebt und verachtet. Jesus aber zeigt trotzdem Interesse an ihm. Er schaut zu ihm auf und lädt sich bei ihm ein. Diese liebevolle Zuwendung bewirkt bei Zachäus, dass dieser sein Vermögen mit den Armen teilen will und zu viel gefordertes Geld vierfach zurückerstatten will.

Donnerstag, 24 Oktober 2019 13:01

Die Selbsterhöhung der eigenen Person

geschrieben von

Koepfe 300 Liebe Schwestern und Brüder,

im Evangelium zum 30. Sonntag im Jahreskreis (Lk 18,9-14) beendet Jesus sein Gleichnis mit dem Satz: „Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Es ist für mich ein Satz mit einer ganz zentralen Aussage zum Wesen von uns Menschen, die eigentlich zeitlos ist. Die Selbsterhöhung der eigenen Person gehörte damals zur Zeit Jesu zu den eher negativen Charakterzügen von uns Menschen, wie sie es auch heute noch ist. Überall begegnet uns dieser Narzissmus der Selbsterhöhung, der Selbstüberschätzung in unserer Zeit, sei es in der großen Politik, in der Wirtschaft oder in den Religionen. Und nicht selten neigen wir selbst zu diesem Gefühl von Überlegenheit, wenn wir aus unserer Lebensperspektive hinab schauen auf jene, die ein anders Leben führen als wir, die vielleicht auch völlig anders leben müssen.

Donnerstag, 17 Oktober 2019 13:28

Wer definiert denn, was Glaube ist?

geschrieben von

Liebe Mitchristen,   Fragezeichen 300

wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden? So endet das Evangelium vom heutigen Sonntag. Man könnte jetzt etwas flapsig antworten, dass, wenn er sich noch länger Zeit lässt, die Wahrscheinlichkeit extrem sinkt. Andererseits: wer definiert denn, was Glaube ist? Oder, wer definiert, wie man (richtig) betet?

Donnerstag, 10 Oktober 2019 11:45

„Erntedank/Schöpfung“

geschrieben von

Liebe Leserinnen und Leser,   Haende Kreis 300

neulich habe ich einen Schulgottesdienst zum Thema „Erntedank/Schöpfung“ gehalten. Als die Katechese eigentlich schon rund war, meldete sich ein Mädchen aus der dritten Klasse und wollte unbedingt noch etwas sagen: „Die Mama von meiner Freundin glaubt nicht an Gott, sondern an Mutter Natur.“ Auf einen Schlag war es in der Kirche mucksmäuschenstill.    

Freitag, 04 Oktober 2019 10:09

An diesem Sonntag feiern wir das Erntedankfest

geschrieben von

Liebe Leserinnen und Leser,   Essen Obstschale 300

an diesem Sonntag feiern wir das Erntedankfest. Wir sagen Dank für die Früchte der Natur und der menschlichen Arbeit, Dank für die Schöpfung, die unsere Lebensgrundlage ist.

Im Schöpfungsbericht (Gen 1) wird betont, dass Gott dem Menschen den Auftrag erteilt hat, über die Erde zu „herrschen“. „Herr“ über etwas zu sein, bedeutet nach biblischem Verständnis, etwas klug und weise zu nutzen und Verantwortung für das Anvertraute zu übernehmen in allem, was man tut. Dazu gehört, dass wir Menschen heute verantwortlich dafür sind, dass die Generationen nach uns noch eine Welt vorfinden, die ihnen gute Lebensbedingungen bietet. Die „Herrschaft“ ist also kein Freibrief, die Schöpfung auszubeuten oder gar zu schädigen. In diesem Sinne gibt es in den christlichen Kirchen eine lange Tradition für den Schutz der Schöpfung einzutreten. Papst Franziskus hat dies besonders in seiner Enzyklika „Laudatosi“ deutlich gemacht.

Donnerstag, 26 September 2019 12:21

Unterschiede zwischen Armen und Reichen

geschrieben von

weltweit 300   Liebe Schwestern und Brüder,

im Evangelium nach Lukas (Lk 16,19-31) zeigt Jesus sehr deutlich in seinem Gleichnis auf, wie groß die Unterschiede zwischen Armen und Reichen, einem wahren Glauben tief im Herzen bzw. einen oberflächlichen, nur äußerlich gelebten Glauben, sowie der ewigen Heimat bei Gott und der ewigen Verdammnis sind. Dabei findet er sehr klare Worte, die uns zum Innehalten und zum Nachdenken über unser eigenes Leben anregen können. Worauf kommt es in diesem Leben und meinem Glauben wirklich an? Wie gestalte ich mein Leben nach den Regeln und Sitten einer christlichen Gesellschaft? Wo sind meine Wurzeln, wo ist meine Heimat als Christ?

Donnerstag, 19 September 2019 11:15

Das Internet und die sozialen Medien

geschrieben von

Fragender 300   Liebe Mitchristen,

ich werde das Gefühl nicht los, dass wir in extremen Zeiten leben. Allzu oft werden Meinungen radikal vertreten. Nehmen wir einmal das Beispiel Greta Thunberg. Die einen feiern dieses 16-jährige (!) Mädchen als Anführerin zur Rettung der Welt, die anderen sehen in ihr den Menschen, der am liebsten schon morgen jedem sein Auto verbieten würde, gleichzeitig aber einen „völlig sinnlosen“ Segelturn quer über den Atlantik macht (inklusive einer dann doch nicht mehr klimaneutralen Rückholaktion). Das Internet und die sozialen Medien heizen solche Diskussionen auf beiden Seiten oftmals rasend schnell an. Aber das ist ein anderes Thema. Die Frage ist viel eher: kann man wirklich nur einem Herren dienen? Muss man sich immer radikal zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden? Was meint Jesus also, wenn er sagt, „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon?“ Darf ich mir nichts mehr gönnen, darf ich nicht mehr shoppen gehen, darf ich kein Geld mehr sparen?

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