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Wüstenzeiten
19. Februar 2026
Liebe Schwestern und Brüder, im Evangelium des 1. Fastensonntags begegnet Jesus uns in der Wüste – jener faszinierenden und doch lebensbedrohlichen Landschaft. Im Bild der Wüste haben sich Menschen zu allen Zeiten wiederfinden können. In der äußeren Wüste können wir ein Bild unseres inneren Lebens sehen. Ich denke, jeder von uns kennt solche Wüstenzeiten. Da ist eine Krankheit, eine Enttäuschung, eine Not, ein Zweifel, ein Schmerz, eine Überforderung, das Alleinsein oder das Gefühl des Unverstandenseins – all das kann das Leben in mir zur Wüste machen. Wir bleiben nicht verschont von Wüstenzeiten. Wir bleiben nicht verschont von der Erfahrung, dass es Dürre gibt im Leben und Strecken, die sehr mühsam und hart sind. In der Bibel ist die Wüste immer der Ort, an dem der Mensch auf besondere Weise Gott begegnet und erkennt, dass Gott ihn am Leben erhält. Das Volk Israel wandert 40 Jahre durch die Wüste, bevor es ins gelobte Land einziehen kann. Die Zahl 40 steht für Verwandlung und Neuwerden – egal ob 40 Tage oder 40 Jahre. Immer ist es eine Zeit der Prüfung, der Angst und Unsicherheit, der Versuchung, des Aufgebenwollens. Ein Prozess des Reifens und Wachsens. Und am Ende steht immer die Zusage Gottes: Ich bin da! Ich bin bei dir! Ich gehe mit dir, auch durch die Wüste, auch wenn es schwer wird. Du kannst mir vertrauen, ich verlasse dich nicht. Das hat auch Jesus erfahren. Er hat erlebt, dass die 40 Tage in der Wüste für ihn und seinen weiteren Lebensweg wichtig sind. Die Wüstenzeit ist für ihn eine Zeit der Klärung, in der ihm klar wird, worin sein Auftrag besteht. Danach kann er mit seinem öffentlichen Wirken beginnen und zu den Menschen gehen. So geht er gestärkt aus diesen 40 Tagen in der Wüste hervor. Wüstenzeiten sind nicht leicht. Aber es können auch für uns Zeiten sein, die neue Perspektiven eröffnen, die neuen Lebenswillen herausfordern. Auch Zeiten, in denen klar wird, dass im eigenen Leben Veränderungen anstehen können oder müssen. Ihr / Euer Rijo Puthuva
Gesetz
12. Februar 2026
Liebe Leserinnen und Leser! „Wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen wurde, begeht Ehebruch.“ Klingt ziemlich hart? Typisch unbarmherzige Lehre der katholischen Kirchen? Ne, diesmal leider Jesus selber, so wie Matthäus es uns überliefert hat. Wir lesen es an diesem Sonntag. Zunächst stellt Jesus klar: „Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen.“ Und dann folgen eine ganze Reihe von Geboten, die Jesus aus dem alten Gesetz zitiert. Immer wieder fügt er an: „Ich aber sage euch“ Mit großer Vollmacht stellt Jesus klar, dass die alten formalen Regeln nicht mehr genügen. Es geht um die innere Haltung, um die Gerechtigkeit, die „weit größer“ sein soll, als die Gerechtigkeit der Pharisäer. In diesem Kontext kommt dann die Aussage zur Entlassung aus der Ehe. Laut dem Gesetz des Mose war die Ehescheidung erlaubt, und es hilft nichts: Jesus hat diese Regel des Alten Bundes aufgehoben und verschärft. Wie viel Elend das bis heute erzeugt hat, brauche ich nicht auszuführen. Ich frage mich nur, wieso unsere Kirche ausgerechnet an dieser Stelle so überaus textgetreu handelt. Kein anderes Gebot dieser Perikope wird heute derart penibel in die Praxis umgesetzt und befolgt. Unmittelbar vorher ist z.B. davon die Rede, dass man sich versöhnen soll, bevor man sein Opfer darbringt. Wir haben zwar am Anfang der Messe ein ritualisiertes Schuldbekenntnis – aber geht es Jesus nicht gerade darum, dass (leere) Rituale wenig Sinn haben, wenn die Gemeinschaft gestört ist? Man stelle sich vor, wir würden dieses Gebot tatsächlich ernst nehmen: wir alle, Bischöfe, Priester, Sie und ich würden immer nur dann zum Altar hinzutreten, wenn wir völlig im Reinen mit unseren Mitmenschen sind. Was für ein Ideal! Nur halt unerreichbar. Aber Jesus hat das Gesetz erfüllt: Wir leben in einer neuen Zeit. Dass wir schwach sind und unsere Ideale nicht erreichen, trennt uns nicht mehr von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Herzliche Grüße Sr. Barbara
„De janze Welt am lamentiere - ävver Räfed is am fiere“
5. Februar 2026
Liebe Refrather Christen und Fastelovendsjecke, in der Bibel hat das Lamentieren seinen festen Ort. Die Psalmen geben der Klage Raum vor Gott. Hiob schreit sein Leid hinaus in eine zerbrochene Welt. Auch Jeremia weint über Gewalt und Verfall. Klage ist kein Mangel an Glauben. Sie ist Ausdruck ehrlicher Gottesbeziehung. Heute lamentieren viele über Krieg und Krisen. Über Klimasorgen, soziale Spaltung und Zukunftsangst. Über Überforderung, Einsamkeit und Verlust an Vertrauen. Das Lamentieren sammelt reale Schmerzen. Doch die Bibel bleibt nicht bei der Klage stehen. Immer wieder öffnet sich der Blick auf Hoffnung. Gott hört die Klage und verwandelt sie. Nicht durch Verdrängen, sondern durch Nähe. Christliche Lebenshaltung heißt: klagen dürfen und hoffen lernen. Mitten im Ernst das Leben feiern. Genau hier setzt das diesjährige Karnevalsmotto in Refrath an. Die Welt mag am Lamentieren sein, ävver Räfed is am fiere und das nicht, weil die Karnevalisten Realitätsleugner wären oder die Sorgen wegschunkeln, sei es auch nur für einen Augenblick, sondern aus einem tiefen Vertrauen heraus, dass das Leben es zunächst einmal gut mit uns meint und aus der Erfahrung der Gemeinschaft heraus, die viel Negatives solidarisch zu überwinden vermag. „De janze Welt am lamentiere - ävver Räfed is am fiere“ ist in diesem Sinne das beste Resilienz-Rezept. Feiern als Widerstand gegen die Hoffnungslosigkeit! Wenn Sie mögen, feiern Sie gerne mit, denn die diesjährige Fastelovendmess am 08.02., die musikalisch erneut durch die Domstädter und zwei bekannte Solisten begleitet wird, feiert zusammen mit dem Dreigestirn 2026 das Leben und die Freude, die aus einem Glauben an einen Gott erwächst, der uns Leben in Fülle verheißt. Dirk Peters (jecker Imi-Pastor aus Nordfriesland😊)
Tun
29. Januar 2026
Liebe Mitchristen, Jesus versuchte immer wieder Menschen im Hier und Jetzt davon zu überzeugen, ihr Leben „gut“ zu leben. So taucht in den Seligpreisungen (der Bergpredigt), die im heutigen Evangelium verkündigt werden, zum Beispiel zweimal das Wort „Gerechtigkeit“ auf. Es geht Jesus um Gerechtigkeit im Hier und Jetzt. Um Gerechtigkeit im zwischenmenschlichen Tun, im Bezug auf de Schöpfung, im Bezug auf alles. Gerechtigkeit kann gelebt werden durch Barmherzigkeit, dadurch, dass Trauernde getröstet werden, dadurch, dass Frieden gestiftet wird und dadurch, dass man keine Gewalt anwendet. „Alles Private ist auch Politisch“, ein alter Slogan aus den 70er Jahren. An ihm ist vieles richtig, zumal wenn man Politik definiert als „Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens/des Zusammenlebens von Menschen und ihrer sozialen Umfelder“. Mein Einkaufszettel/Kassenbon ist dann hoch politisch und gibt mir viel Einfluss auf Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, … Meine Art der Fortbewegung, meine Art der Interaktion mit meiner Umwelt (Mensch und Schöpfung), „mein Fußabdruck“ im Leben. All dies ist privat und gleichzeitig politisch. Als Christ leben heißt eben vor allem „Tun“ und erst an zweiter Stelle „darüber sprechen“. In einem Lied der Musikgruppe die Ärzte (sicherlich keine christliche Musikgruppe im klassischen Sinne) heißt es: „es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Aber es wäre Deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ Wir können/sollen/müssen tun! Jeden Tag aufs Neue! – Im Anschluss an unsere beiden Sonntagsmessen tun zum Beispiel unsere diesjährigen Firmanden etwas. Sie haben Muffins gebacken und Suppen gekocht. Herzliche Einladung ins Gemeindezentrum zu kommen und etwas zu essen! Die Firmanden sammeln bei dieser Aktion wieder Spenden für ein von ihnen bestimmtes soziales Projekt. Mit politischen Grüßen, Armin Wirth, GR.
© Foto: Sebastian Leins
Ein erstes Auswärtsspiel für Elpida
27. Januar 2026
Am 25.01.2026 hatte unsere Pfarreiband Elpida gleich zwei Einsätze an einem Tag: vormittags wie gewohnt bei der Familienmesse in St. Johann Baptist und am Abend erstmals außerhalb von Refrath, bei der Stadtjugendmesse in St. Laurentius: Kein Heimvorteil mehr, kein vertrauter Probe- und Auftrittsraum, dafür volle Konzentration, spürbarer Groove und viel positive Resonanz. Ein Auftritt, der gezeigt hat, dass Elpida auch auswärts begeistert. Was einmal als kleines Familienprojekt begann, ist heute fester Bestandteil vieler Gottesdienste: Familienmessen, Patronat St. Elisabeth, offenes Adventssingen... Elpida steht für Musik, die trägt, verbindet und Energie hat, mal ruhig, mal vorwärtsdrängend, immer gemeinsam. Der Name passt: „Hoffnung“, hörbar gemacht. Elpida lebt von begeisterungsfähigen Menschen, die Musik ernst nehmen und gern teilen. Wer ein Instrument bereits recht gut beherrscht oder gerne singt und Lust hat, Glauben musikalisch auszudrücken, ist willkommen. Wichtig sind Teamgeist, Verlässlichkeit und Freude am Zusammenspiel. Kontakt über unseren E-Bassisten Marcus Schäfer oder nach dem Gottesdienst bei Seelsorgebereichsmusiker Thomas Bodenmüller.
Evensong-Reihe 2026
24. Januar 2026
Was als besondere musikalische Einladung begonnen hat, ist längst zu einer festen Größe im Zusammenwirken unserer Pastoralen Einheit geworden: Auch 2026 wird die Evensong-Reihe mit Chören aus Bergisch Gladbach fortgesetzt. Viele Besucherinnen und Besucher haben diese Abende bereits in den letzten beiden Jahren als wohltuende Unterbrechung des Alltags erlebt, als Zeit des Hörens, Mitsingens und inneren Sammelns. Der Evensong verbindet alte Gebetstradition mit lebendiger musikalischer Vielfalt. In ruhigem Wechsel stehen Gemeindehymnen, schlichte mehrstimmige Gesänge und anspruchsvolle Chormusik aus verschiedenen Jahrhunderten. Gerade dieses Zusammenspiel schafft eine Atmosphäre, die nicht belehrt, sondern trägt – und die offen ist für Menschen mit ganz unterschiedlichen Zugängen zu Glauben und Musik. Jeder Freitag bringt neue Stimmen, neue Klangfarben und neue Perspektiven, ohne den meditativen Charakter dieser Abende zu verlieren. So bleibt die Form vertraut und wird doch immer wieder neu erfahrbar: als musikalisches Abendgebet, das den Tag beschließt und Raum für Stille, Resonanz und persönliche Einkehr lässt. Freitags in der Fastenzeit, jeweils um 19:30 Uhr. 20.02.2026 in St. Marien, Gronau 27.02.2026 in St. Joseph, Moitzfeld 06.03.2026 in St. Johann Baptist, Refrath 13.03.2026 in St. Severin, Sand 20.03.2026 in St. Laurentius, Gladbach 27.03.2026 in St. Clemens, Paffrath
Licht
22. Januar 2026
Liebe Leserinnen und Leser! Vor genau einem Monat haben wir Weihnachten gefeiert und in den Christmetten am Heiligabend Verse der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja gehört, die auch an diesem Sonntag gelesen werden: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land der Todesschatten wohnten, strahlte ein Licht auf.“ (Jes 9,1) – Der Evangelist Matthäus zitiert im Sonntagevangelium diese Worte und setzt sie in Beziehung zum Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu. Jesus verlässt Nazaret nachdem er gehört hat, dass Johannes der Täufer gefangen genommen wurde. Es zieht ihn nach Kafarnaum in Galiläa. Ja, das kleine Jesuskind in der Krippe ist inzwischen erwachsen geworden, verkündet die Nähe des Himmelreiches und ruft Menschen zur Umkehr und in seine Nachfolge (Mt 4,12-23). Wir wissen, dass durch die Geburt Jesu, auch nicht durch sein Sterben und seine Auferstehung, das Böse, die dunklen Mächte im Menschen und in der Welt verschwunden sind. Das Reich Gottes hat zwar mit Jesus begonnen, ist aber noch nicht vollendet. Neid, Gier, Macht und Mammon regiert immer noch die Welt und nicht die Liebe, die uns Jesus schenkt und sie zu erwidern er uns auffordert und einlädt. Viele Mächtigen unserer Welt nennen sich sogar selbst noch Christen, lassen ihr Handeln dennoch von teuflischen Kräften bestimmen und verkörpern das Böse schlechthin, wenn sie Menschen mit Krieg, Gewalt, Unrecht, Versklavung und Tod überziehen oder auch nur drohen. Und wenn Jesus seinen Jüngern immer wieder einschärft: „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16), so gilt dies nicht nur für ein Resultat, dass irgendwann mal in der Geschichte gezogen werden kann, sondern auch für den Weg, der dahin gegangen wurde. Schließlich sagt Jesus von sich „ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Ob Putin, Trump oder Hitler und andere. Für sie ist Jesus naiv, weltfremd. Sie verlachen ihn, wenn er sagt, er sei „gekommen, nicht um bedient zu werden, sondern um zu dienen“ (Mk 10,45)! Sie beanspruchen für sich selbst, Gott zu sein. Ob wir bereit sind, einen solchen Götzendienst zu vollziehen, muss jeder Mensch „guten Willens“ und nicht nur jeder Christ für sich entscheiden. Keine und keiner von uns ist ohne Fehler! Da aber, wo Umkehr geschieht und wahrhaftig versucht wird, den Weg der Liebe einzuschlagen, da strahlt das helle Licht Gottes auf, das einst alle Dunkelheit und alle dämonischen Kräfte vertreibt und zugrunde gehen lässt. Vertrauen wir der liebevollen Zuwendung Gottes in Jesus Christus, der auf ewig in liebevoller Gemeinschaft mit den Menschen leben möchte. Er kann uns schon hier auf Erden mit seinem himmlischen Licht umfangen, wo andere nur das Dunkle sehen. Ihnen allen einen gesegneten, lichtreichen Sonntag, Ihr Winfried Kissel, Pfr.
Adventssingen für Groß und Klein
20. Januar 2026
Kerzenlicht, Adventskranz und Plätzchenduft – die Wochen vor Weihnachten tragen ihren eigenen Zauber in sich. Diese besondere Stimmung entfaltet sich beim offenen Adventssingen, zu dem die Chorgemeinschaft St. Johann Baptist, die Band Elpida und weitere Instrumentalisten herzlich einladen. Gemeinsam erklingen vertraute Advents- und Weihnachtslieder, die Herz und Seele berühren, zum Mitsingen einladen oder einfach zum Lauschen. Etwa eine Stunde lang entsteht eine kleine Insel der Ruhe im Trubel der Vorweihnachtszeit. Im Anschluss sind alle willkommen, den Abend bei Plätzchen und Punsch in gemeinsamer Runde ausklingen zu lassen. Sonntag, 06.12.2026 (2. Adventsonntag), 16 Uhr Pfarrkirche St. Johann Baptist, Kirchplatz 16, 51427 Bergisch Gladbach Eintritt frei.
© Foto: Joseph Hersh, unsplash.com
emBRASSment – frohlocket überall
20. Januar 2026
Das Leipziger Blechbläserquintett emBRASSment steht seit 25 Jahren für festlichen, farbenreichen Klang. In klassischer Quintettbesetzung mit zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba präsentieren Christian Scholz, Nick Pscheidt, Jakob Knauer, Lars Proxa und Nikolai Kähler Werke von Bach, Händel, Humperdinck und Tschaikowsky sowie adventliche Weisen – brillant, vielseitig und mit jener Spielfreude, die ihr Publikum stets begeistert. Sonntag, 29.11.2026 um 17 Uhr Pfarrkirche St. Johann Baptist, Kirchplatz 16, 51427 Bergisch Gladbach Eintritt: 15 € (10€ für Schüler/Studenten) Tickets jetzt schon online auf Bergisch-Live.de buchbar Vorverkauf in Kürze im Pastoralbüro und Café Credo
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